Kritik: Doctor Strange

Doctor Strange… das weckt jetzt vom Titel her eher Erinnerungen an so manchen seltsamen Arztbesuch als an Superhelden, aber ja, der gute Doktor ist in der Tat ein fester, wenn auch weniger bekannter, Bestandteil der Marvel-Superheldenriege.

Und immer wenn einer dieser kostümierten Flitzpiepen auf den Plan tritt, um das Böse dieser oder anderer Welten zu bekämpfen, kann man sich fast sicher sein, dass ein zumindest halbwegs unterhaltsamer Film dabei herauskommt.

Mal gucken…

Die Handlung:
Doktor Stephen Strange ist ein ziemlich arroganter, aber dennoch charmanter und überaus erfolgreicher Neurochirurg. So erfolgreich, dass er vermutlich wegen irgendwas im Guiness Buch der Rekorde steht.

Er kann wirklich so einiges, aber was er nicht kann, ist whatsappen und autofahren gleichzeitig und so befördert er seinen Lamborghini ruckzuck den nächsten Abhang runter und sich selbst ins Krankenhaus.

Als er dort wieder aus der gnädigen Bewusstlosigkeit erwacht, stellt er zunächst fest, dass er noch lebt, was gut ist. Und dann stellt er fest, dass seine Hände in etwa so aussehen, als hätte man sie mit einer Ladung Ess-Stäbchen in einen Sack gesteckt und ordentlich drauf rum gekloppt, was nicht so gut ist.
Der Beste, um so schwer verletzte Flossen wieder zu flicken, ist dummerweise er selbst und da selbstverständlich alle anderen Ärzte komplett Stümper sind, bleiben die Strange´schen Grabscher selbst nach langer Reha vernarbt und vor allem zittrig zurück.
Bei Patienten kommt es aber leider nicht gut an, wenn der Arzt mit dem Skalpell einen Tattermann hat und so verliert Stephen Job (nicht zu verwechseln mit Steve Jobs) und Geld und alles was so zum netten Leben dazu gehört.

Und was machen diese neureichen Schnösel, wenn Geld nicht mehr weiterhilft? Genau. Sie wenden sich an esoterische, alternative und total seltsame Gurus, die einem mit so Pseudo-Yoda-Gequatsche zusäuseln. Also düst auch Stephen ab nach Nepal, sucht die Hilfe vom „Acient One“, einer glatzköpfigen, europäisch anmutenden Frau, die irgendwo zwischen Shoalin-Mönch und religiösem Spinner angesiedelt ist, aber allerlei nette Zaubertricks drauf hat.

Einen heftigen Kräutertee und etliche Bewusstseinserweiterungen später, macht der ehemalige Neurochirurg den Harry Potter und will das Zaubern lernen, um seine Fingerchen wieder heil zu zaubern. Doch Marvel wäre nicht Marvel, wenn es da nicht noch einen bösen Schurken gibt, der mit Hilfe eines großen galaktischen Bösen die Welt vernichten, unterjochen, oder was auch immer will. Und Stephen tritt natürlich in Aktion, um all das überaus effektvoll zu verhindern.

Wenn man mal ehrlich ist, hält sich die Handlung von Doctor Strange ziemlich eng an die Marvel Formel und man bekommt eine Origin-Story zu sehen, die man so ähnlich schon ein paar Mal gesehen hat.

Trotzdem funktioniert diese Formel hier ganz prächtig und wird mit viel Humor und ausreichend Spannung präsentiert. Eine tiefere Bedeutung oder Doppelbödigkeit sollte man allerdings nicht erwarten.

Die Charaktere:
Benedict Cumberbatch ist zur Zeit „Everybodies Darling“ und so steht er vermutlich auf der Castingliste jedes Films, in dem ein arroganter, aber hochintelligenter Charakter vorkommt.
Im Grunde macht er gar nicht viel anders als z.B. in Sherlock, aber das was er macht ist hochgradig unterhaltsam und er darf hier noch mehr sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen, was ganz super funktioniert. Strange handelt meist nachvollziehbar und hat durchaus auch so seine Schwächen. Lediglich sein Engagement im zentralen Konflikt des Films wirkte auf mich etwas gewollt.
Mads Mikkelsen spielt den Bösewicht des Films und bleibt Marvel-typisch etwas blass und seine wirkliche Motivation wollte mir nicht so recht einleuchten. Ein-zwei gute Szenen hat er aber.
Tilda Swinton spielt den „Ancient One“ und… ja… das ist okay. Mehr aber auch nicht.
Weitere Nebencharaktere werden gespielt durch Chiwetel Ejiofor (der seinen Namen bestimmt schon öfter buchstabieren musste, als manche Leute ihre Unterwäsche wechseln) und Rachel McAdams, die beide eine sehr gute Figur machen.

Der Look:
Der Film sieht fantastisch aus und steckt voller cooler Ideen. Viele Actionsequenzen sind wirklich kreativ umgesetzt und sorgten bei mir durchaus für Staunen, weil ich das so noch nie gesehen habe. Und allein das ist heutzutage schon wirklich eine Leistung. Optisch und akustisch ist Doctor Strange wirklich aller erste Sahne und selbst die Kostüme, die das Potenzial haben, total lächerlich zu wirken, sind super gelungen.

Fazit:
Ja, es gibt Ähnlichkeiten zu Iron Man und dem unsäglichen Green Lantern. Aber in meinen Augen ist Doctor Strange besser als beide Filme und sogar einer meiner liebsten Marvel Filme überhaupt. Tolle Darsteller, die Spaß an der Sache haben, fantastische Actionsequenzen, viel Humor und eine gute Portion Cleverness machen den seltsamen Doktor zum Hauptdarsteller in einem der spaßigsten Filme in diesem Jahr.

 

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Filmfan, Videospieler, Nerd.

One response to “Kritik: Doctor Strange”

  1. Liegeradler says :

    Wir haben uns die Blu-ray angesehen, die heute erscheint: https://kinogucker.wordpress.com/2017/03/09/doctor-strange/

    Gefällt 1 Person

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