Kritik: Star Trek Beyond

Das Raumschiff Enterprise fliegt wieder durchs Weltall und dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Fast zumindest. Immerhin ist das hier bereits der 13. Film, der auf einem Franchise beruht, der es bisher auf insgesamt 703 Serienfolgen gebracht hat. Und da ist die 70er-Zeichentrickserie noch nicht mal mit eingerechnet.

Von daher… ja… grundsätzlich haben wir die Galaxien noch nie gesehen, aber fühlen sie sich deswegen so richtig neu an?

Die Handlung:
Mein erster Gedanke bei Star Trek Beyond war: „Was zur Hölle habt ihr euch denn dabei gedacht?!?“

Am Ende des letzten Teils, als Superoberschurke Sherlock Khan besiegt war, brachen Kirk und seine Spießgesellen auf, um ihre tolle 5-Jahres-Mission zu starten, die wir alle ja schon aus den 60s kennen. Das klang nach Spaß und Abenteuer und nach etwas, was ich gern sehen wollte.

Und wie fängt Beyond an? Die Mission ist schon fast rum und alle sind voll angeödet.

Bitte?!?

Ja, ich sehs ja ein… Die Jungs sind in der Zukunft und haben vermutlich noch satte 200-300 Jahre Hollwood-Blockbuster mehr auf dem Buckel als wir heutzutage. Da hat man einfach alles schonmal gesehen, egal wie neu und unerforscht es ist. Aber trotzdem… Dass die Mission jetzt schon vorbei ist, fühlt sich irgendwie wie Betrug an. So als hätte man den Pilotfilm gesehen und darf dann nur noch das Finale schauen.

Die Crew der Enterprise macht jedenfalls erstmal Feierabend auf einer Raumstation, die aussieht, als hätten Salvador Dalí, der Concept-Designer von Inception und die Architekten vom BER zusammen mal einen zu viel gehoben. Doch mit heben ist nicht viel, denn schon bald kommt eine fleischwurstgesichtige Aliendame aus einem Nebel angetrudelt und ruft um Hilfe.

Sie und ihre Freunde aus der Wursttheke wurden von bösen Leuten angegriffen und Kirk trommelt seine Jungs und Mädels und alles andere dazwischen zusammen, um in dem Nebel mal nach dem Rechten zu sehen.

Oder zu tasten.

Ist ja neblig da.

Doch kaum hat man einen Planeten gefunden, wird die Enterprise von einem riesigen Schwarm intelligenter, bemannter, metallischer Akkubohrer angegriffen und fachgerecht in baumarkttaugliche Einzelteile zerlegt. Doch nicht nur das… Eine Truppe von generisch-böse aussehenden Rüstungsträgern aus dem Anfängerkurs für Sci-Fi-Charakterdesign entern das Schiff und wollen ein altes Artefakt klauen, welches man noch von der letzten Mission mit an Bord hatte.

Die Enterprise geht jedenfalls ordentlich kaputt und die Crew kann sich mit Mühe und Not in die Rettungskapsel retten und wird weit über den ganzen Planeten verstreut.

Nun muss man also erstmal überleben, sich gegenseitig wiederfinden, mit den netten Aliens des Planeten anfreunden, mit den bösen Aliens des Planeten anlegen und natürlich den bösen Plan des Oberaliens Krall, einem gesichtsmorphenden „Cardassianer Ehrenhalber“ verhindern.

Joa… genau wie bei den Vorgängern ist die Handlung nicht doll, aber sie tut was sie tun soll und bietet viel Raum für witzige Dialoge und Charaktermomente, sowie für jede Menge Action.

Tiefgreifende Sci-Fi-Themen oder gesellschaftsrelevante Aspekte sollte man aber nicht erwarten.

Es gab den einen oder anderen Moment, wo ich klingonenartig doch ein wenig die Stirn gerunzelt oder den Kopf geschüttelt habe (ein ähnlicher Moment wie die Lösung von Independence Day, bei dem die große Übermacht komplett besiegt wird, weil man einen Virus ins Mutterschiff lädt), aber im Großen und Ganzen konnte ich darüber hinweg sehen. Den Plan des Bösewichts habe ich leider auch nicht wirklich nachvollziehen können, aber seis drum.

Die Charaktere:
Der große Pluspunkt der neuen Star Trek Filme. Und hier wurde den Charakteren noch mehr Raum gegeben, um zu glänzen. Speziell die kleinen Spitzen zwischen Pille und Spock machen Spaß, aber auch Scotty und Neuzugang Jaylah sorgen für gute Unterhaltung. Kirk war im Vergleich ein wenig blasser, und Uhura und ihre Beziehung mit Spock wurden dankenswerterweise auf ein Minimum reduziert. Idris Elba macht unter dem dicken Makeup als Krall ebenfalls eine gute Figur und gibt sogar insgesamt einen der interessanteren Star Trek Bösewichter ab.

Der Look:
SciFi-Bombast vom Feinsten. Der Film sieht sehr schick aus. Klasse Effekte, tolle Sets, schönes Alien-Makeup. Hier und da fand ich das Design ein wenig seltsam. Die Hightech-Rüstungen der Schurken wollten z.B. irgendwie nicht so recht mit dem Look von ihrem Lager zusammenpassen. Insgesamt ist aber Star Trek Beyond aber ein Fest für Augen und Ohren und Michael Giacchinos Soundtrack unterstützt den Film gewohnt gut.

Fazit:
Man ist ja immer schnell dazu verleitet, einen neuen Film in einer Serie mit den Vorgängern zu vergleichen. Und ja… wer die Vorgänger nicht mochte, wird vermutlich auch mit Star Trek Beyond nicht wirklich warm werden, denn er macht im Grunde das Gleiche und fühlt sich recht ähnlich an, bietet dabei aber genug neues und interessantes, um Fans bei Laune zu halten.

Die Handlung war nicht ohne Fehler und ein paar Momente waren dann doch sehr überzogen, aber unterm Strich hat mich Beyond blendend unterhalten und zu keiner Sekunden gelangweilt.

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About Uebelator

Filmfan, Videospieler, Nerd.

3 responses to “Kritik: Star Trek Beyond”

  1. Timberwere says :

    Ich mochte Star Trek Beyond. Wie du ja schon schreibst, ist die Handlung … nennen wir es mal von eher untergeordneter Bedeutung, aber ich mochte die Reminiszenzen an die Classic-Serie und die Charakter-Interaktion, die eben auch eine Verbeugung an die Classic-Serie war, und die One-Liner.

    Und ich bin immer wieder von den drei Hauptdarstellern beeindruckt und davon, wie nahe sie ihren Originalen kommen. Chris Pine schafft es jetzt sogar, nicht nur die Posen und Manierismen von William Shatner zu erreichen, sondern er klingt jetzt auch so wie er. Also nicht nur von dem Tonfall und der Ausdrucksweise her, sondern er schafft es tatsächlich, auch seine Stimme an Shatners anzugleichen. Das ist schon ziemlich beeindruckend, wie ich finde.

    Gefällt 1 Person

    • Uebelator says :

      Ich hab den film „nur“ in der deutschen Synchro gesehen, daher kann ich nichts über Pines Stimme sagen, aber auch so haben mir die Schauspieler wieder gut gefallen.

      Ich war übrigens recht überrascht zu lesen, das der Vorgänger „Into Darkness“ so einen schlechten Ruf hat. Ich fand den ehrlich gesagt besser als den ersten und auf jeden Fall nicht schlechter als „Beyond“.
      Klar kommt er nicht „Der Zorn des Kahn“ heran, aber innerhalb des „neuen“ Star Trek-Universums mit dem größeren Fokus auf Action, fand ich den absolut in Ordnung und sehr unterhaltsam.

      Gefällt mir

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  1. Kritik: Star Trek Beyond – filmexe - 27. Juli 2016

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