Kritik: X-Men: Apocalypse

Okay Freunde… man kann den Bogen auch überspannen. Müssen denn jetzt wirklich ALLE Superhelden gegeneinander kämpfen? Erst Batman gegen Supermann, dann Ironman und seine Kumpels gegen Team Cap und nun auch noch die X-Men? Wie wärs denn mal wieder mit einem richtigen Bösewicht? Einem, der so mächtig ist, dass er das Ende der Welt herbeifü…

Oh… Moment…

Die X-Men waren für mich irgendwie immer ein zweischneidiges Schwert. Die ersten beiden Singer-Filme fand ich super. Nicht perfekt, denn Magnetos Plan aus Teil 1 mithilfe dieser komischen, wabernden Superwelle alle Leute in Mutanten zu verwandeln war schon so ein bissl doof, aber insgesamt waren die Filme toll. Teil 3 hat dann einiges falsch gemacht und von den Wolverine-Spinoffs fange ich lieber gar nicht erst an.

Einerseits mag ich die X-Men wegen ihrer doch sehr menschlichen Komponente und weil Magneto und Professor X eben sehr schöne Gegenspieler mit nachvollziehbaren Motiven sind.

Andererseits ist diese Superhelden-Truppe gefühlt irgendwie ein ganzes Stück alberner, als z.B. die Avengers. Vielleicht liegts an den Kostümen, vielleicht an den bunteren Special-FX und vielleicht auch daran, dass sich das ganze X-Men-Universum irgendwie ernster nimmt, als das von den Avengers. (Ist das eigentlich das gleiche Universum?)

Als ich den ersten Trailer zu „Apocalypse“ gesehen habe, war genau das mein Gedanke. Albern. Da flog Psylocke durch die CGI-Gegend und schwang sowas wie ein pinkfarbenes Energieschwert. Hmmm…

Aber hey… „Apocalypse“ ist Teil 3 der neuen Trilogie, die mit „X-Men: First Class“ und „Days of Future Past“ schon hervorragend begonnen wurde. Und nun, man mag es kaum glauben, führt wieder Brian Singer Regie. Mal schauen, ob der Film besser ist, als sein Trailer.

Die Handlung:
Irgendwann, als die Menschheit noch jung war, erblickte der erste Mutant das Licht der Welt, war natürlich irre mächtig, weil er irgendwie die Kräfte anderer Mutanten annehmen konnte und schwang sich daher auf, um der Herrscher der Welt zu werden. Dummerweise kommt mit großer Macht auch große Gesichtsverstümmelung und der gute Herr, der sich selbst bescheiden „Apocalypse“ nannte, bekam einen ungesunden bläulichen Teint, der bei X-Men-Mutanten irgendwie schwer in Mode ist, hätte aber von Heidi wohl eher trotzdem kein Foto bekommen.

Apocalypse, den ich liebevoll Kalli nenne, war obendrein aber auch unsterblich und wurde von den alten Ägyptern als Gott verehrt. Weil dieses Gottspielen aber irgendwann langweilig ist, suchte er sich vier andere Mutanten, macht sie noch mächtiger und ernannte sie zu seinen apokalyptischen Reitern und Spielkameraden.

Doch gerade als Kalli mal wieder ein komplettes Körperlifting dank Bewusstseinstransplantation vornehmen will, unternehmen einige Mutanten, die mit seinen Weltherrschaftsplänen nicht so einverstanden sind, einen Versuch den Guten zu stürzen und am Ende wird er in seiner Pyramide begraben und liegt dann da halt so rum. Apokalpyse zuende.

Aber nein! Irgendwann in den 80ern wird Kalli von Archäologen (Indy?) ausgebuddelt und er macht sich direkt auf, um mal wieder die Herrschaft über die Welt anzustreben oder selbige zumindest ordentlich kaputt zu machen. Und weil das alleine wie gesagt keinen Spaß macht, fängt er direkt an, sich wieder vier apokalyptische Handlanger zu suchen.

Unterdessen läuft Professer X wieder besser auf Spur, baut seine Schule immer mehr aus und rekrutiert den einen oder anderen Mutanten, den man schon von früheren Filmen kennt. Cyclops, Jean und andere Gesellen tummeln sich und lernen und tun, was Kids eben so tun.

Magneto hat sich irgendwo in die slawische Wildnis zurückgezogen (vermutlich wie sich das für einen Magnet-Mann gehört nach Polen. :D), hat mittlerweile Frau und Kind und führt ein zufriedenes Leben. Mensch, wenn denen mal was passieren würde, dann hätte der ehemalige Superschurke aber einen wirklich guten Grund, sich an der Menschheit rächen zu wollen, oder? Und: Überraschung! Die Magnet-Familie erfüllt ihren Zweck für die Handlung, wird beseitigt und ruckzuck ist er für Kallis Zwecke rekrutiert.

Mystique, die scheinbar in die Zukunft gereist ist, um die Hunger Games zu gucken, eiert als Katniss-Verschnitt durch die Weltgeschichte, befreit Mutanten und macht einen auf Freiheitskämpferin.

Auf beiden Seiten werden etliche Kämpfer rekrutiert, es wird hier und da mal bedeutungsschwanger daher geschwafelt und die Bibel zitiert und am Ende gibt’s natürlich den großen Showdown, bei dem irre viel zu Bruch geht.

Die Handlung von „X-Men: Apocalypse“ geht voll in Ordnung und tut was sie soll, reisst aber auch keine Bäume aus oder kommt irgendwie sonderlich überraschend oder innovativ daher.

Aber sie hat ein Problem, welches viele dieser „Das ist das Ende der Welt“-Filme haben und zwar eine Auflösung für diese übermächtige Bedrohung zu finden.

Apocalypse ist derart übermächtig, dass er eine ganze Gruppe von Menschen mit einem einzigen Gedanken töten und/oder zu Staub zerfallen lassen kann. Nur im finalen Endkampf hat er das leider vergessen. Wenn er alles so genutzt hätte, wie es im ganzen Film etabliert wurde, dann wäre der Kampf sehr sehr schnell vorbei gewesen. Aber die Guten müssen ja am Ende gewinnen, daher gibt man ihnen einfach mal eine Chance.

Verglichen mit den Vorgängern wirkt „Apocalypse“ von der Erzählstruktur her etwas fahrig und ich hatte ab und zu das Gefühl, der Film wisse nicht so recht, wohin er sich jetzt eigentlich bewegen soll. Einzelne Elemente, wie z.B. die etwas krampfhafte Liebesgeschichte hätte man auch durchaus weglassen können.

Die Charaktere:
Hui, hier gibt’s haufenweise Charaktere, aber ich denke, die Protagonisten sind Professor X, Magneto und Mystique. Und natürlich Apocalypse.

Letzterer ist tatsächlich cooler gemacht und gespielt als ich gedacht hätte und wirkt dadurch wirklich bedrohlich und nicht so albern wie befürchtet. Die Gesichtsprothesen sind okay, und man hats ganz gut geschafft, den Look der Comics zu treffen, ohne ihn komplett lächerlich aussehen zu lassen.

James Mcavoy und Michael Fassbender agieren gewohnt gut und souverän in ihren Rollen und sind nach wie vor perfekt gecasted.

Nur Jennifer Lawrence nervt mich irgendwie mit ihrer Überpräsenz und damit, dass sie hier zu viel Katniss ist.

Es gibt haufenweise Nebencharaktere wie z.B. Storm, die ich toll fand, sowie Jean Grey, die ebenfalls eine verblüffend gute Figur macht, auch wenn ich bei der Besetzung mit Sansa Stark aus Game of Thrones erst skeptisch war. Auch Quicksilver hat wieder seinen Auftritt, wenngleich der ein wenig gezwungen wirkte so nach dem Motto: „Hey, die Quicksilver-Sequenz im zweiten Teil war super und jeder fand die cool. Sowas brauchen wir wieder.“

Der Look:
Viel CGI. Gut gemacht, aber deutlich erkennbar. Es geht wirklich irre viel kaputt und es knallt an vielen Ecken und Enden, aber so richtig Wucht hat das alles nicht. Da sah z.B. Civil War und auch Warcraft einen Tick besser aus. Trotzdem ist der Film absolut nicht hässlich und gut gemacht.

Fazit:
Für mich der schwächste Teil der neuen X-Men-Trilogie und dennoch ein guter, sehr unterhaltsamer Action-Blockbuster, der Spaß macht. Die Charaktere haben mir durchweg gut gefallen, auch wenn die schiere Anzahl der ganzen X-Men und Schurken fast ein wenig so wirkt, als hätte man den einen oder anderen nur eingebaut, um ihn von der Liste streichen zu können.

Ich habe mich gut amüsiert, aber am Ende hatte ich dennoch das Gefühl, dass es jetzt dann auch mal reicht mit den X-Men.

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  1. Kritik: X-Men – Apocalypse | filmexe - 17. Juni 2016

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