Uebelator zockt

Ich schaue ja nicht nur Filme, sondern zocke – wenn es die Zeit zulässt auch gern mal am PC oder an der Playstation. Meine aktuellsten Eindrücke über ein paar ähnlich aktuelle Spiele möchte ich euch gern mitteilen, schreibe sie aber mal in komprimierter Form in einem einzigen Beitrag.

Uncharted 4: A Thiefs End
Die Uncharted Spiele rund um Abenteurer Nathan Drake gehören seit dem ersten Teil zu den großen Marken und Systemsellern auf Sonys Konsole. Vollkommen zu Recht. Der Mix aus Geschicklichkeits- und Kletterpassagen, gepaart mit wilden Schießereien mag zwar bei Tomb Raider geklaut sein, aber eine derartig rasante, filmische Inszenierung hat meiner Meinung nach keine andere Actionreihe besser hinbekommen. Regelmäßig saß man mit offenem Mund staunend vor dem Fernseher und fühlte sich mitten drin in einem richtig guten Actionfilm.

Nun ist also Teil 4 erschienen und er toppt in meinen Augen nochmal alles. Sowohl spielerisch als auch in Sachen Inszenierung. Nate wird diesmal von seinem todgeglaubten Bruder Sam in ein Abenteuer rund um das verschollene Piraten-Utopia Libertalia verstrickt und begibt sich mal wieder auf eine aufregende Reise rund um die Welt, wobei ihnen natürlich wieder jede Menge Schurken auf den Fersen sind.

Grafisch ist Uncharted 4 eins der schönsten Spiele, die ich bisher spielen durfte. Die Charaktere sind so wunderbar lebensecht modelliert, dass man teilweise wirklich meint, echte Schauspieler vor sich zu sehen und der Detailgrad, sowohl bei den Animationen als auch bei der Umgebung ist verblüffend. Wenn man Nate eng an einer Mauer entlang laufen lässt, streckt er z.B. die Hand aus, um sich daran abszustützen, oder selbst in einem irrsinnig weit entfernten Dorf sieht man auf den Straßen noch kleine Autos fahren. Großes Kino!

Die Handlung ist spannend erzählt und besser als so mancher Hollywood-Blockbuster. Und die Charaktere sind sowieso liebenswert. Lediglich die Schurken bleiben ein wenig blass.

Entwickler Naughty Dog hat das bekannte Spielprinzip dezent erweitert. So hat Nate nun einen Greifhaken, mit dem er sich an bestimmten Stellen durch die Level schwingen kann, die nun teilweise auch etwas offener gestaltet sind, so dass man öfters mal im Jeep unterwegs ist und hier und da auch eine Ruine am Wegesrand erkunden darf. Verlaufen tut man sich trotzdem nicht, denn der Weg zum eigentlichen Ziel bleibt immer klar.

Auch neu ist die Schleichmechanik, bei der Nate sich geduckt im hohen Gras verstecken und darin Gegner ungesehen ausschalten kann. Damit wird Uncharted noch lange nicht zu einem Schleichspiel á la Assassins Creed oder Splinter Cell, bietet aber einiges an neuen taktischen Möglichkeiten, um die Gefechte gegen die doch recht clever agierenden Gegner anzugehen.

Insgesamt ein vollkommen großartiges Spiel und schon jetzt eines der Spiele des Jahres für mich.


DOOM
Nee, was waren das noch für Zeiten, als man sich voller Begeisterung vor den PC setzte, wahlweise massenhaft Pixelgegner oder den per LAN-Kabel verbundenen Kumpel durch gewundene Pseudo-3D-Labyrinthe jagte und das Ganze für das ultimative Gaming-Erlebnis hielt…

Das Original-Doom hat zwar das Genre des 3D-Shooters nicht begründet, aber es verhalf ihm doch enorm zum Durchbruch, so dass es sich bis heute wacker halten kann, während andere Genres wie Echtzeit-Strategiespiele, Point&Click-Adventures oder Flugsimulationen mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden sind.

Heute ist das ganze freilich viel aufwändiger verpackt und die Spieler erwarten nicht nur eine Hammer-Grafik, sondern auch eine packende Geschichte, innovatives Design, einen Multiplayer-Modus und gern auch Rollenspiel-Elemente.

Doom pfiff damals auf viel Handlung („Du bist ein Marine. Dämonen haben Stationen auf den Marsmonden überrannt. Hier ist eine Waffe. Mach sie kalt!“) und begeisterte mit schneller Action.

Teil 2 bot dann lediglich mehr Levels, wenige neue Gegner und nur eine neue Waffe und dann wurde erstmal still um Doom.

Jahre später erschien Doom3 und wollte irgendwie gruselig und actionreich zugleich sein, was nur so mittelprächtig gelang. Den Kultstatus des Originals konnte es jedenfalls nicht erreichen.

Und nun kommt das heraus, was in Filmkreisen als Reboot bezeichnet wird. Die neueste Inkarnation aus dem Hause id Software heißt wieder schlicht „Doom“ du will sich auf die (damals) beliebten Tugenden schneller, unkomplizierter, brutaler Action zurückbesinnen.

Und das klappt prima. Wieder ist man als Doom-Marine auf dem Mars unterwegs und stellt nach 5 Minuten fest, dass einem die Handlung vollkommen schnuppe ist.

Man bewegt sich schneller als in jedem anderen modernen Shooter durch die Level, pflügt sich mit Shotgun, Kettensäge und allen anderen beliebten Doom-Waffen durch die Gegnerhorden und fühlt sich tatsächlich im positiven Sinne zurückversetzt ins Jahr 1993. Die Action ist unkompliziert und geradlinig. Auf modernen Schnickschnack wie Deckungs-Mechaniken wurde verzichtet, aber ganz ohne Neuerungen bleibt Doom trotzdem nicht. Auf Knopfdruck löst man bei betäubten Gegnern sogenannte Glory Kills aus, die besonder brutal sind und den Gegner einen Extraportion Health oder Munition ausspucken lassen.

Darüberhinaus lassen sich die Waffen nun verbessern und weiterentwickeln, so dass z.B. die Schrotflinte auf Knopfdruck eine schnelle Salve abfeuert anstatt nur einmal zu husten.

Grafisch kann Doom schon einiges und sieht gleichermaßen schick und zweckmäßig aus. Die Beleuchtung ist stimmig und das Leveldesign passt auch, wird aber auf Dauer etwas eintönig und reisst jetzt optisch im Vergleich mit Spielen wie Uncharted 4 oder The Witcher keine Bäume aus. Dafür läuft das Spiel konstant flüssig. Mit Partikeleffekten wird nicht gespart und auch das Pixelblut spritzt in rauen Mengen.

Mir gefällt Doom gut, aufgrund der Gleichförmigkeit des Gameplays und des etwas eintönigen Leveldesigns habe ich aber nach 1-2 Stunden genug davon, komme aber immer wieder gern zurück und spiele weiter, weil es einfach Spaß macht.


Overwatch
Alles was Blizzard anfasst wird gut. Ob nun Echtzeitstrategie, Online-Rollenspiel, Kartenspiel oder Action-Rollenspiel. Kaum eine andere Firma versteht es so wie Blizzard ihre Spiele bis zuletzt perfekt auszubalancieren und durchzugestalten, so dass sie für Einsteiger leicht zu erlernen sind, aber dennoch genug tiefe besitzen, um spielerisch anspruchsvoll und damit auch für Profis interessant zu sein.

Nun wagt sich die Spieleschmiede auf gänzlich unbekanntes Terrain und bringt mit Overwatch nicht nur ein für sie neues Genre heraus, sondern möchte damit gleich ein neues Franchise-Universum eröffnen.

Overwatch ist ein Online-Team-Shooter wie beispielsweise Team Fortress oder meinetwegen Counterstrike. Die Spieler werden meist in Teams in einen Level geworfen und müssen Shooter-typische Ziele erledigen wie z.B. Kontrollpunkte erobern, oder einen kostbare Ladung von A nach B eskortieren, während ihnen das jeweils andere Team dabei in die Suppe spucken will.

Blizzard hat dafür eine ganze Reihe abgefahrener Helden designt, die man so in einer gemeinsamen Welt gar nicht vermuten würde. Da trifft der Samurai auf die Cyber-Scharfschützin und sagt dabei dem Zwergeningenieur Hallo. Ziemlich abgefahren.

Jeder dieser Charaktere spielt sich dank einiger überschaubarer Sonderfähigkeiten und Waffen einzigartig, aber dank der Beschränkung auf einige wenige Fertigkeiten findet man sich mit den Charakteren schnell zurecht und kann sich seinen Liebling rauspicken.

Und schon geht’s los und man wirft sich ins wilde Schlachtengetümmel auf den schicken, recht abwechslungsreich gestalteten Maps.

Uuund das wars aber auch schon.

Overwatch macht Spaß, keine Frage. Ich bin zugegebenermaßen kein großer Freund von Team-Shootern, aber auch ich muss die Leistung von Blizzard anerkennen. Das Spiel funktioniert prächtig, die Charaktere sind toll balanciert und abwechslungsreich und von den Menüs bis hin zu den Ladebildschirmen wirkt einfach alles rund.

Aaaaber, es ist „nur“ ein Team-Shooter und als solcher fühlt er sich für mich irgendwie an, als hätte es ein Free-to-play Titel sein sollen. Ich für meinen Teil würde jedenfalls keine 50 Euro ausgeben, um die schnellen Gefechte von Overwatch spielen zu können.

Der aufmerksame Leser wird sich jetzt vielleicht fragen: „Hey, Moment mal Uebelator! Das hat dich doch bei Star Wars Battlefront auch nicht gestört!“

Stimmt! Hat es nicht. Vermutlich bin ich da ungerecht, aber irgendwie rechtfertigt die Star Wars Lizenz und die Bombastgrafik von Battlefront den hohen Kaufpreis eher als das, was ich bei Overwatch geboten bekommen.

Trotzdem ist es ein gutes Spiel, das mit Sicherheit nicht nur in der E-Sport-Szene Anklang finden, sondern auch etliche Millionen Fans haben wird, vor denen ich mich jetzt lieber schon mal verstecke.

 

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About Uebelator

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