Kritik: Underworld: Evolution

Indiana Jones, Star Wars, Star Trek, James Bond, das Marvel Universum… Es gibt so Filmreihen, die sind einfach irrsinnig erfolgreich. Und auch wenn nicht jeder Film immer perfekt ist und es auch einige qualitative Ausreißer nach unten gibt, kann man sich doch darauf verlassen, dass man etwas zu sehen bekommt, das zumindest unterhaltsam ist.

Allem Gejammer im Netz zum Trotz… Das Publikum liebt diese Franchises und so werden mehr und mehr Filme mit den zugstarken Markennamen produziert.

Und dann gibt es da aber auch Franchises, die ebenfalls diverse Teile auf dem Buckel haben, bei denen aber schon der erste Teil nicht wirklich richtig gut war. Und besser wurde es dann mit jedem weiteren Film auch nicht wirklich.

Trotzdem scheint es Fans zu geben, die das toll finden, immer wieder ins Kino gehen und genug Geld in die Studiokassen spülen, um Fortsetzung um Fortsetzung zu finanzieren.

„Fast and Furious“
Proleten schrauben an Autos rum und fahren Rennen. 8 Filme lang.

„Resident Evil“
Paul W. S. Anderson lässt seine frau Milla Jovovich gegen Zombies und anderes Ekelzeug kämpfen. 5 Filme lang.

„Saw“
Psycho Jigsaw tötet seine Opfer auf möglichst eklige Art und Weise. 7 Teile lang.

„Final Destination“
Leute springen dem Tod von der Schippe und sterben dann trotzdem. 5 Filme lang.

Gut, die jeweils ersten Teile dieser Serien mögen ja noch okay gewesen sein, aber muss man wegen 4 guckbaren Filmen wirklich 21 Fortsetzungen drehen? Und von Police Academy und den Scary Movie-Filmen fange ich gar nicht erst an.

Einer dieser Franchises, dessen Erfolg ich mir nicht erklären kann ist „Underworld“.
Als der erste Teil angekündigt wurde, hiess es noch, es wäre so eine Art „Romeo und Julia“ mit Vampiren und Werwölfen und ich dachte: „Hmmm… okay. Könnte klappen.“
Damals wusste man ja auch noch nichts von der Flutwelle an romantischem Vampir-Schrott, die nach Twilight in die Bücherregale pubertierender Mädels schwappen sollte.

Was man letztlich zu sehen bekam, war ein bläulich-düsteres Gummi-Fetisch Filmchen mit ordentlichen Actionsequenzen und einer überfrachteten Handlung, die sich selbst viel zu ernst nahm. Und trotzdem gab es 3 Fortsetzungen. Und mit der direkten Fortsetzung „Underworld: Evolution“ geht’s jetzt los.

Die Handlung:
Äh… ja. Zumindest die Protagonisten scheinen irgendwie zu wissen, worum´s geht. Ich versuche das mal einigermaßen zusammen zu fassen und mir einen Reim drauf zu machen.

Vampir-Superchick Selene ist mit ihrem Freund und Vampir-Werwolf-Hybriden Michael auf der Flucht vor dem Rest der Vampir-Sippe, deren Anführer sie am Ende des ersten Teils zerhackt hat. Vielleicht irre ich mich da, aber ich hatte den Eindruck, das Teil 1 noch in einer amerikanischen Großstadt spielte. Die beiden Helden, buchen aber direkt einen Flug und flüchten sich erstmal in irgendein osteuropäisches Land (Rumänien?), wo sie sich in einem Unterschlupf der Vampire verstecken.

Also ich bin mir ja nicht sicher, aber ist ein Vampir-Versteck nicht irgendwie ein blöder Ort, wenn man sich vor Vampiren verstecken will?

Wie dem auch sei… Wir lernen jedenfalls Marcus, den Bösewicht des Films kennen. Er ist nämlich der Ober-Super-Megavampir und Vater aller Vampire, während sein Zwillingsbruder William der Urvater aller Werwölfe ist. Da muss bei der Zeugung der beiden ja wirklich einiges los gewesen sein.

Da Werwölfe und Vampire aber nicht so die besten Freunde sind, wurde William direkt eingefangen und in einen Sarkrophag gesperrt, den man nur mit einem irrsinnig komplizierten, Schlüssel-Scheiben-Mechanismus öffnen kann. Marcus war damit nicht so einverstanden, wurde kurzerhand als Vampirfürst abgesetzt, ebenfalls eingesargt und unter der Vampirvilla verbuddelt.

Nach dem Gemetzel aus Teil eins tropft jedoch etwas Blut in Marcus´ Sarg und der ausgetrocknete Super-Sauger erwacht zu neuem Leben. Komischerweise sieht er – im Gegensatz zu allen anderen Vampiren aber aus, wie ein Mix aus Star Trek-Alien und Fledermaus und kann auf die Erinnerungen anderer Vampire zugreifen, wenn er sie auslutscht.

Kurzerhand wird einer der Schergen leer geschlürft und Marcus ist voll im Bilde über Selene, Michael und sowieso und überhaupt. Er weiss, dass Michael einen tollen Anhänger mit sich herumschleppt, der zufällig ein Teil des Mechanismus ist, der den Sarkrophag von William öffnen kann, was er dann auch prompt vor hat. Familie ist halt Familie, auch bei Filmmonstern.

Unterdessen eiern Selene und Michael einigermaßen sinnlos durch die Gegend und Michael findet in einer überflüssigen Action-Szene, in der er sich mit slawischen Cops anlegt, ein wenig über seine Fähigkeiten heraus. Kaum hat man sich den Ordnungshütern entledigt, kommt auch schon der Vampirfürst mit seinen computeranimierten Fledermausflügeln angeflattert und man prügelt sich so durch den Wald, rennt weg, flieht mit einem Auto und kann letztlich entkommen. Hier, wie bei allen anderen Action-Sequenzen des Films zeigt sich, dass unsere Helden immer dann verwundbar sind, wenn es gut in die Story passt. Michael tut es offenbar weh, wenn er angeschossen wird, die Wunden schließen sich aber in Nullkommanix wieder, ausser wenn er gegen den „Endboss“ kämpft, weil der ja irgendwie gefährlicher sein muss. Und auch Selene steckt eine Ladung aus der Schrotflinte, die ihr in den Bauch gepumpt wird mal eben so mit einem Achselzucken weg, wird aber weinerlich, wenns ums Sonnenlicht geht.

Man beginnt eine Art Odyssee von einem belanglosen Ort zum nächsten, besucht einen Charakter nach dem anderen, die alle irgendwie wichtig erscheinen sollen, bei denen man aber irgendwie nie so wirklich einen Plan hat, warum sie denn jetzt wichtig sind und warum sie unbedingt besucht werden mussten. Da ist zum Beispiel dieser Exil-Vampir, der irgendwo in einem alten Kloster mit einer riesigen Kreuz-Tür gefangen ist und dort mit Vampir-Chicks wilde Gangbangparties feiert. Von ihm erfahren die Helden, was wir als Zuschauer schon lange wissen: Marcus will William befreien.

Warum das jetzt so schlimm wäre, wenn er das tut und warum man das unbedingt verhindern muss, verrät uns aber niemand. Soll der Kerl doch seinen Bruder befreien… So den superbösen Eindruck macht Marcus nämlich – trotz der Fledermaus-Fresse – auf mich irgendwie nicht.

Es gibt viel Action, viel Prügelei, es wird viel Geballert, obwohl das insgesamt irgendwie überhaupt nichts zu bringen scheint und Selene und Michael dürfen in einer aufgsetzten Liebesszene auch mal miteinander rummachen.

Es wird viel Blut getrunken, bedeutungsschwer geguckt und am Ende sind die Bösewichter tot, die Welt ist vor irgendwas gerettet, der Film ist vorbei und man wundert sich, was man da eigentlich gerade geguckt hat.

Die Charaktere:
Kate Beckinsale ist Selene und kann eigentlich einen guten Mix aus toughem Actiongirl und verletzlicher Frau gut spielen, nur leider kommt ihr dabei das Drehbuch in die Quere.

Scott Speedman spielt den Michael und hat dabei irgendwie gar nichts zu tun, ausser gut auszusehen und ab und zu gefährlich zu fauchen. Möglicherweise entspricht das aber auch seinen schauspielerischen Fähigkeiten.

Der Rest der Leute schwankt zwischen albern und betont ernst, was in Anbetracht der Dialoge schon nicht so einfach ist.

Der Look:
Blau. Und Schwarz. Und viel Blau. Mann, ist der Film blau…

Und die Spezialeffekte… Die sind echt schlecht. Alles was hier aus dem Computer kommt, sieht auch genauso aus. Der flattrige Fleder-Vampir scheint absolut null Gewicht zu haben und muss auch den Gesetzen der Physik nicht gehorchen. Ganz, ganz schlecht. Das Monster-Makeup ging in Ordnung, wenngleich ich persönlich den Look vom Hybrid-Michael nicht mag, weil der einfach dämlich aussieht. Und die Werwolf-Puppen erinnern mich frappierend an den Wolf aus der unendlichen Geschichte. Und der war schon wenig überzeugend.

Fazit:
Wenn ich mal was gutes über den Film sagen soll: Kate Beckinsale sieht gut aus und sie trägt während des gesamten Films entweder hautenges Latex oder aber gar nichts.

Ansonsten fällt mir beim besten Willen kein Grund ein, warum man sich „Underworld: Evolution“ antun sollte. Echt uebel….

siegel_schlecht

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About Uebelator

Filmfan, Videospieler, Nerd.

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