Brettspiel: T.I.M.E Stories

Kennt noch jemand die Serie „Zurück in die Vergangenheit“ aus den 80ern? Ein Wissenschaftler ging dort in der Zeit verloren und sprang in jeder Folge in den Körper einer anderen Person in einer anderen Zeit und konnte erst wieder weiterspringen, wenn er deren Problem gelöst hatte. (Ja, das waren die 80er, aber ich fands toll!)

Wenn diese Serie ein Kind mit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ bekommen hätte, dann hätten die Eltern es „T.I.M.E Stories“ genannt.

T.I.M.E Stories ist ein kooperatives Brettspiel, das man laut Anleitung mit 2 bis 4 Spielern spielen kann.

Bei unserem ersten Testspiel waren wir zu dritt und das hat gut geklappt, aber ein vierter Spieler wäre schon ideal gewesen. Zu zweit machts vermutlich nicht sooo viel Spaß.

Aber worum geht’s denn überhaupt?

T.I.M.E Stories ist ein Mix aus Brett- und Rollenspiel. Man arbeitet in der nahen Zukunft für eine Zeitreise-Firma und hat den Auftrag Anomalien zu beseitigen, die das Raum-Zeit-Kontinuum schädigen könnten. Ganz wie in „Zurück in die Vergangenheit“ springen unsere Zeitreise-Agenten also in die Körper anderer Leute und übernehmen für diesen Einsatz die Kontrolle über sie.

Im Grundspiel ist eine solche Mission enthalten, es gibt aber bereits Nachschub mit 3 weiteren Missionen, die man einzeln nachkaufen kann. Die Szenarien sind dabei recht weit gestreut und es gibt da von der Zombie-Apokalypse bis hin zu klassischer Tolkien-Fantasy schon einiges an Abwechslung.

Zu Beginn sucht sich jeder Spieler einen Charakter aus, den er in diesem Szenario spielen wird. Die Charaktere unterscheiden sich in einigen wenigen Werten und Spezialfähigkeiten (der eine kann gut kämpfen, der andere gut reden, etc.) und als Spieler landet man also an einem bestimmten Ort und hat dann die Wahl zu anderen Orten zu gehen, die auf einer Karte markiert sind. An jedem Ort gibt es Dinge, die man tun kann (Leute mit denen man reden kann, Schränke die untersucht werden können, Monster die bekämpft werden wollen, etc.) und die einem Hinweise auf das große Mysterium geben, welches es zu lösen gilt.

Da man aber für eine Mission nur eine gewisse Menge an Zeit hat und jede einzelne Aktion Zeit kostet, sollte man sich genau überlegen, was man tut. Ist die Zeit abgelaufen, landen die Spieler wieder in der Missionszentrale und können – und hier kommt „das Murmeltier“ ins Spiel – einfach nochmal von vorn starten. Diesmal aber mit dem Wissen, welches sie bereits gesammelt haben. Es ist also durchaus spielmechanisch verankert, dass man mehrere Durchläufe für jede Mission braucht, denn in einem Durchgang kann man es kaum schaffen.

Es ist ein wenig schwierig zu beschreiben, wie das Spiel funktioniert, da ich nichts verraten will, denn ein Großteil der Spannung kommt hier halt wirklich vom Erforschen der Spielwelt und vom Entdecken neuer Hinweise.

Am ehesten kann man T.I.M.E Stories vermutlich mit diesen klassischen Abenteuer-Spielebüchern vergleichen, bei denen man im Grunde einen Roman las und dann immer wieder vor Entscheidungen gestellt wurde. „Möchtest Du links herum gehen, dann lies weiter bei Nummer 121. Möchtest Du rechts gehen, dann geht’s bei Nummer 122 weiter.“

Hier erlebt man die Geschichte aber nicht allein sondern eben im Team mit seinen Freunden.

Man rätselt sich hier gemeinsam durch die Spielwelt, entdeckt immer neue Orte mit neuen Hinweisen und entschlüsselt schließlich am Ende das große Geheimnis und rettet die Welt.

Die Regeln sind nicht unglaublich komplex und man hat die Mechaniken des Spiels schnell begriffen und kann sich voll und ganz auf die aktuelle Mission konzentrieren. Lediglich welche Aktion wieviel Zeit kostet und welcher Spieler wann was tut ist manchmal etwas schwierig zu überblicken.

Die Ausstattung des Spiels ist super. Regelheft, Spielplan und Karten sind schick designt und toll illustriert (einer der Schöpfer des Spiels arbeitete vorher beim Computerspielehersteller Ubisoft an Assassins Creed und das merkt man), es gibt viele kleine Pappmarker und der Spielekarton selbst ist mit einem Plastik-Inlay so gestaltet, dass alles seinen Platz hat und man so sogar seinen „Spielstand abspeichern“ kann.

Grundsätzlich kann ich das Spiel wirklich jedem empfehlen, denn es macht sehr viel Spaß gemeinsam mit Freunden die jeweilige Mission zu lösen und an den Rätseln und kämpfen herum zu beißen. Das Spielkonzept ist toll und innovativ, aber es gibt dennoch einen Wermutstropfen: Da man die Rätsel am Ende einer Mission ja alle gelöst hat, kann man jede Mission tatsächlich nur einmal so richtig genießen und mehrmaliges Durchspielen macht nur wenig Sinn. Bei einem Preis von rund 40,- Euro für das Grundspiel, mit dem man für sich genommen etwa 3-4 Stunden Spaß hat, ist das nicht gerade günstig. Die Zusatz-Missionen schlagen mit jeweils ca. 25,- Euro zu Buche.

Für mich ist das Spiel seinen Preis wert, denn ich habe wirklich viel Spaß damit gehabt und freue mich schon jetzt darauf, die nächsten Missionen zu spielen.

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