Kritik: The Amazing Spiderman 2

Wiedermal macht sich der Spinnenmann auf, um für Recht und Ordnung und viele spektakuläre Szenen in New York zu sorgen. Kriegt Peter Parker es diesmal hin, Job und Privatleben unter einen Hut zu bekommen?

Die Handlung:
Nach dem Ende von „The Amazing Spiderman“ war erstmal alles dufte. Peter Parker hat New York vor dem Echsenprofessor gerettet, das Mädchen gekriegt und – okay, das ist nicht ganz so dufte – einen Riesenhaufen Schuldgefühle vom Papa seiner Angebeteten mit auf dem Weg bekommen. Als der nämlich vom menschengroßen Gecko tödlich verletzt wurde, nötigte er Peter quasi als letzten Wunsch noch das Versprechen ab, dass er seine Tochter Gwen in Ruhe lassen soll. Na prima.

Den ganzen Film über ist Peter also hin und her gerissen zwischen seiner Liebe zu Gwen und dem Versprechen, das er ihrem Vater gab. Und so macht er gefühlte 20 Mal Schluss mit ihr, nur um 5 Minuten später wieder um sie herum zu schlawinern und mit ihr zusammen zu kommen. Das nervt ein wenig, obwohl ich an dieser Stelle echt mal eine Lanze für den Film brechen muss… „Rise of Electro“ wurde viel für die zu starke Präsenz der Liebesgeschichte kritisiert. Fans – oder nennen wir sie mal „Leute die sehen wollen, wie sich Spiderman mit Superschurken kloppt“ – sprachen von einem Liebesfilm, einer Schnulze und packten schonmal die Fackeln und Mistgabeln aus, um irgendwen bei Marvel zu lynchen.

Aber mal ehrlich… Die Romanze ist gut. Ja, dieses On-Off-Ding nervt etwas, aber wir haben hier zwei sympathische Schauspieler zwischen denen die Chemie stimmt und bei denen es Spaß macht dabei zuzugucken und mit zu fiebern, ob sie sich denn nun kriegen oder nicht.

So wie ich Spiderman bislang immer wahrgenommen habe, geht es bei dem Charakter eben genau darum, sein Privatleben als Schüler/Student und seine Identität als Superheld unter einen Hut zu bekommen.

Und damit das gut funktioniert, und damit ausreichend Drama entstehen kann, braucht der Film eben starke Wurzeln in Parkers Privatleben. Und das klappt hier ganz wunderbar.

Aber zurück zur Handlung: Alle Welt sieht Spidey jetzt irgendwie als Held und als er einem schusseligen Kerl das Leben rettet, hat der Spinnenmann prompt seinen ersten Stalker.

Selbstverständlich arbeitet der Kerl – wie vermutlich jeder zweite in New York – bei Oscorp und werkelt da selbstverständlich an irgendwelchen ultrageheimen, ultrainnovativen Projekten herum. Namentlich, einer Möglichkeit, um Strom mit der Hilfe von speziell gezüchteten Super-Zitteraalen (wie komisch sieht das Wort den bitte aus?) zu erzeugen.

Es kommt, wie´s kommen muss und der Schussel plumpst in einen Behälter mit den Fischviechern, wird stromgeschockt und verwandelt sich – wie könnte es anders sein? – in den Superschurken Elektro, einem blau leuchtenden Glühwürmchen, das nicht nur Blitze schießen, sondern auch den Strom aus der Umgebung abziehen kann.

Wer schonmal den einen oder anderen Superheldenfilm gesehen hat, der weiß, dass das kleine Blitzableiterle über kurz oder lang für Stunk sorgen wird und so ist der Grundstein gelegt für reichlich Zoff in New York City.

Und als wäre das alles nicht genug, taucht auch noch Peters alter Freund Harry Osborne, Erbe des Oscorp-Imperiums, wieder aus der Versenkung auf, ist genau wie sein Vater an einer seltenen Krankheit erkrankt und wird in naher Zukunft sterben. Seine einzige Hoffnung ist es – aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen – etwas von Spidermans Blut in die Hände zu bekommen, weil er meint, das könne ihn retten. Peter ist aber aus ebenfalls etwas unerfindlichen Gründen der Ansicht, dass mit seinem Blut nichts Gutes passieren wird und verweigert da seine Hilfe. Uiuiui… Interessenkonflikt.

Aber da das immer noch nicht genug ist, gibt’s auch weiterhin den Subplot um Peters Eltern, die irgendwas ganz geheimes in den Oscorp Laboren gebastelt haben und dafür von den finsteren Schergen umgebracht wurden.

Der Film hat zahllose Handlungselemente, die eigentlich zu Sequels und Spin-Offs hinleiten sollten, die aber nie kamen. Es ist leicht zu vermuten, dass „Rise of Electro“ sich in all den Handlungssträngen verheddern würde, wie eine Fliege im Spinnennetz und ja, manches ist zu viel, manches ist überflüssig, aber insgesamt kriegt der Film es doch ganz gut hin, ein ziemlich komplettes Bild zu zeichnen.

Die Charaktere:
Andrew Garfield macht wieder einen tollen Job als Spiderman und gefällt mir außerordentlich gut. Ja, er ist immer noch etwas zu attraktiv und etwas zu cool für den eigentlich eher nerdigen Peter Parker, aber er hat Charme und Witz und spielt gut.
Emma Stone als Gwen Stacey bleibt super.

Harry Osborne ist als Charakter auch ein ziemlich cooler Bösewicht und gut besetzt. Man spürt hier schon all die Wut, die er für Spiderman empfindet und er tut einem richtig leid.

Jamie Foxx als Electro ist allerdings so mittelprächtig. Ja, sobald er „Electro“ ist, passt es wieder, aber den töffeligen Angestellten, mit lichtem Haar und dicker Brille nimmt man ihm einfach nicht ab.

Der Look:
Der Film sieht super aus. Spiderman bewegt sich so geschmeidig wie eh und je und viele seiner Actionszenen sehen aus wie direkt aus dem Comics. Elektro sieht in seiner blau leuchtenden Form ebenfalls hervorragend aus. Lediglich der Look der grünen Kobolds ging irgendwie gründlich in die Hose, denn der Geselle ist einfach nur albern.

Fazit:
„Rise of Electro“ ist nicht ohne Schwächen. Hier und da wirkt vieles in die Handlung gezwängt und überladen, aber im Großen und Ganzen hat mir der Film Spaß gemacht. Die Hauptdarsteller sind super, die Action ist spektakulär, das Drama stimmt (ich hatte an einer Stelle tatsächlich einen Kloß im Hals) und man hat am Ende Lust auf mehr. Umso bedauerlicher finde ich es, dass Garfields Auftritt als Spiderman sich nur auf diese zwei Filme beschränkte, denn ich hätte gern noch mehr von ihm und seinen Abenteuern gesehen.

 

 

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