Ich, Kunstbanause

Kennt ihr das auch? Irgendetwas neues tolles erblickt das Licht der Entertainment-Welt, es wird überall als der neue heisse Scheiss gehandelt, jeder und seine Mutter finden es richtig supi-dupi geil und ihr steht da, zuckt mit den Schultern und denkt: „Was soll´n das?“

Dies wird meine Blog-Parade der Dinge, deren Reiz ich einfach nicht raffe. Dabei ist es mir egal, ob es sich um Filme, Serien, Bücher oder Spiele handelt und die Reihenfolge spielt auch keine Rolle.

Habt ihr auch sowas? Wie sieht eure Liste aus?

Fallout (Computerspiel-Reihe)
Den ersten Fallout Teil habe ich gespielt ohne Ende und fand ihn richtig, richtig toll. Damals war alles neu und die Handlungsfreiheit war für damalige Verhänisse enorm. Nun sind wir aber bei Teil 4 angekommen, haben den Sprung in die dritte Dimension vollzogen und die Spiele stecken zur Veröffentlichung voller Bugs. Und trotzdem schreien alle „Hurra!“ und stürzen sich wie bekloppt in die postapokalyptische Welt, die mit ihren braun-grün Tönen für mich schon vor gefühlten 15 Jahren ihren Reiz verloren hat. Mittlerweile fühlt sich die Fallout Welt, mit ihrem seltsam zynischen Humor eher an, wie ein Witz, der mal gut war, aber der so oft erzählt wurde, dass er nicht mal mehr einen Mundwinkel zum Zucken bringt.

Quentin Tarantino
Reservoir Dogs und Pulp Fiction waren großartig. Alles was danach kam war irgendwie mehr vom Gleichen in einer anderen Verpackung. Dabei zitiert Tarantino nicht nur fleissig alles, was die Filmbranche bisher so hervorgebracht hat, sondern in erster Linie auch sich selbst. Jacky Brown war Pulp Fiction im Blacksploitation-Gewand, Kill Bill war Pulp Fiction im Kung-Fu-Gewand und für mich in etwa so spannend, wie jemandem über 4 Stunden beim Tekken spielen zuzugucken. Inglorious Basterds war Pulp-Fiction im zweiten Weltkrieg und in meinen Augen ziemlich geschmacklos. Django ist Pulp Fiction im Wilden Westen und Hateful Eight habe ich noch nicht gesehen. Ja, er schreibt gute Dialoge, aber das allein macht für mich noch keinen guten Film.

The Fast & the Furious
Autofahrende Proleten, die ihre Karren aufmotzen, illegale Straßenrennen fahren und mit Chicks in knappen Höschen rumhängen. Die nerven nicht nur auf der Autobahn, sondern auch immer mal wieder bei „Achtung, Kontrolle“. Wenn diese Proleten nun auch noch Sachen klauen und ein Undercover-Cop eingeschleust wird, um sie zu überführen, kann man da meinetwegen einen Film draus machen. Ist zwar heftig geklaut bei „Gefährliche Brandung“, aber okay. Aber wieviele Filme gibts davon? 8? 10? Das ist ja schlimmer als die Police Academy!
Gibts wirklich Leute, die sich immer wieder auf einen neuen Teil freuen?

Metal Gear Solid
Eine Spielereihe, die irrsinnig aufwändig produziert ist und die ich wirklich gern mögen würde, aber ich glaube, ich verstehe sie einfach nicht. Vielleicht bin ich zu westlich geprägt, vielleicht sind die Geschichten aber auch a) Schrott und b) stümperhaft erzählt. Dazu kommen ein Gameplay, das noch immer aus den späten 90ern stammt, fummelige, überfrachtete Steuerung und ein seltsamer, japanischer Humor, der irgendwie vollkommen fehl am Platz wirkt. Ich.. verstehe es einfach nicht.

Black Hawk Down
Ridley Scott, Hans Zimmer, eine großartige Besetzung. Alle meine Freunde lieben den Film. Eigentlich müsste ich das auch tun, aber ich kann absolut nichts spannendes oder packendes daran finden, wenn irgendwelche Soldaten über 143 Minuten unter Beschuss von A nach B und wieder zurück rennen. Der Film ist wirklich gut gemacht und bestimmt wahnsinnig authentisch, aber sollte man nicht zumindest versuchen so zu tun, als würde man auch eine Geschichte erzählen?

Open World-Games
Open World ist der feuchte Traum jeder Marketing-Abteilung, die Werbung für ein Computerspiel machen muss. Endlich kann man mit Superlativen um sich werfen und Zahlen raushauen, die immer größer werden.
„Unser neues Spiel ist jetzt sogar noch 50x größer als der Vorgänger. Die Welt ist über 50.000 km² groß und man kann locker 400 Stunden darin verbringen und hat noch immer nicht alles gesehen.“
Gähn. Wenn ich von diesen 400 Stunden 300 damit verbringe durch die immer gleich Pampa zu stiefeln und Standard-Gegner zu plätten, ist das nicht sooo spaßig. Was nützt mir eine offene Spielwelt, wenn sie nicht sinnvoll gefüllt ist und für mich als Spieler nichts interessantes bzw. immer wieder dasselbe bietet?
Darüberhinaus liebe ich eine gute Story und ich bin der Meinung, dass ein Open-World-Konzept dem ziemlich im Wege steht.
Es gibt wenige Spiele, die eine ansatzweise offene Welt bieten und das richtig gut gemacht haben, (z.B. The Witcher 3) aber alle anderen fühlen sich für mich irgendwie eher wie Arbeit an und nicht wie ein unterhaltsames Spiel.

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About Uebelator

Filmfan, Videospieler, Nerd.

8 responses to “Ich, Kunstbanause”

  1. christianneffe says :

    Mit „Metal Gear Solid“ stichst du mir direkt ins Herz – ich LIEBE die Serie, kann aber natürlich verstehen, dass sie absolute Geschmacksfrage ist. Aber bei Black Hawk Down bin ich voll bei dir: grauenhafter Film und nein, der ist kein bisschen authentisch.

    Gefällt 1 Person

    • Uebelator says :

      Metal Gear ist wie gesagt so eine Sache… ich will die Serie echt gern mögen und habe etliche Male mit dem Kauf von „The Phantom Pain“ geliebäugelt, aber ich habe „Ground Zeroes“ für eine gute Stunde gespielt und hatte damit einfach keinen Spaß. Die Inszenierung ist toll, aber alles andere geht komischerweise an mir vorbei.

      Gefällt 1 Person

      • christianneffe says :

        Ohne die Vorgänger zu kennen, macht das auch nicht wirklich Sinn. Teil 1 ist eigentlich ein perfekter Test: wer das mag und durchsteht, ist bereit für den Rest der Serie 😉

        Gefällt 1 Person

      • Uebelator says :

        Teil 1? Oha… dann muss ich mir wohl mal einen Emulator besorgen, was? 😉

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      • christianneffe says :

        Oder ne alte Playstation vom Dachboden kramen 😉

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      • Uebelator says :

        Ah okay… dachte Du meinst das Ur-Metal Gear, das es unter anderem fürs NES gab.

        Gefällt 1 Person

      • christianneffe says :

        Achso, nein, die zählen ja nicht wirklich ^^
        Die ganz alten Dinger hab ich auch nicht gespielt und die sind – so weit ich gehört hab – auch nicht wirklich lohnenswert. Die waren bloß Vorgeplänkel. Richtig los gings auf der PSX

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      • Uebelator says :

        Och, wobei ich gehört habe, dass die NES-Sache gar nicht übel sein soll… Für die Zeit… Das erste Mal richtig bemerkt hab ich Metal Gear allerdings auch erst auf der PSX. Und schon da fand ich den laufenden Pappkarton irgendwie albern. Und das im Zusammenspiel mit einer Geschichte, die sich selbst unheimlich ernst nimmt, ist irgendwie eine Kombination, bei der mein Gehirn den Dienst verweigert (was es zugegebenermaßen auch so öfters mal tut.)

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