Ersteindruck: Arrow

Nachdem ich die erste Staffel von Flash in relativ kurzer Zeit wegkonsumiert habe und verblüffend gut unterhalten wurde, war nun die nächste Superhelden-Serie dran, die auch in der Serie rund um den roten Blitz immer mal wieder in Erscheinung trat.

Arrow ist schon ein paar Mal auf meinem Radar aufgetaucht, aber mehr als 2-3 Folgen habe ich da nie geschaut, weil es mich nicht so richtig gepackt hat. Da es aber bereits vier Staffeln gibt und vorerst kein Ende in Sicht ist, wird die Serie ja ihre Fans haben und kann scheinbar nicht ganz blöd sein. Daher gab ich Arrow nun nochmal eine Chance.


Die Handlung:

Die groben Details sind relativ schnell erzählt. Oliver Queen ist ein reicher Milliardärssohn (Die Nummer 1 Ausrede, um im DC-Universum ein Superheld zu werden). Und wie das mit reichen Milliardärssöhnen scheinbar ist, ist auch Oliver ein ziemlicher Kotzbrocken. Er kann nichts, macht nichts und will auch nichts machen – außer Party und Poppen.

Auf einer Vergnügungskreuzfahrt auf der Yacht von Papa macht er ordentlich mit der Schwester seiner Freundin rum als ein Sturm losbricht, das Schiff sinkt, die heisse Schwester den silbernen Löffel abgibt und Olli und sein Papa sich plötzlich auf einem winzigen Rettungsboot wiederfinden.

Papa, der im Angesicht des Todes sein Gutmenschentum wiederentdeckt, erzählt Olli, dass er im Leben eine Menge Scheisse gebaut hat. Er gibt ihm ein Buch mit lauter Namen von reichen Arschlöchern und ringt ihm das versprechen ab, alles wieder gut zu machen, was er verbockt hat. Tolle Wurst. Dann schiesst er sich selbst in den Kopf, um Trinkwasser für Olli zu sparen. Gradlinig und konsequent, der Mann. Muss man ihm lassen.

Olli strandet jedenfalls auf einer einsamen Insel, begegnet dort einem Asia-Freitag im Robin Hood-Kostüm und wird von ihm zur Kampfmaschine ausgebildet.

5 Jahre später wird Olli schließlich von der Insel gerettet, ist ein komplett anderer Mensch und zieht sich – zurück in der Zivilisation – ein ähnliches Robin Hood-Kostüm an, um fortan mit Pfeil und Bogen auf Verbrecherjagd zu gehen.

Im Gegensatz zu seinem Kollegen Batman ist Arrow aber wirklich nicht zimperlich. Da landet ein Pfeil, schonmal im Auge des Gegners und im Gerangel bricht  das eine oder andere Genick.

Natürlich ist der Rest von Ollis Familie verblüfft und ein wenig überfordert damit, dass Olli – den sie für tot gehalten und beerdigt haben – doch noch lebt. Seine Mutter hat inzwischen wieder geheiratet (natürlich auch einen reichen Sack) und seine kleine Schwester zieht das volle Lindsay-Lohan-Partyluder-Programm durch.
Dann ist da noch Ollis Freundin, die nicht nur daran zu knabbern hatte, dass Olli sie mit ihrer Schwester betrogen hat, sonder auch damit klarkommen muss, dass eben jene Schwester nun auch noch tot ist. Um mit ihrer Trauer nicht allein zu sein, rettete sie sich in die Arme von Ollis bestem Freund.
Drama Drama Drama…

Da jeder Superheld mit Geheimidentität ein paar Helfer braucht, verpflichtet Olli kurzerhand seinen Bodyguard, der ansich ein ganz cooler Typ ist. Ex-Soldat und so weiter… Harter Typ, der aber leider Diggles heisst. Echt jetzt?

So richtig klar ist es nicht, warum Oliver nun ausgerechnet Pfeil und Bogen benutzt, wenn er doch genausogut praktischere, weniger sperriger Feuerwaffen nutzen könnte, aber egal. Batman schmeisst ja auch mit Batarangs. Da muss man sich halt eine Superhelden-Marktlücke suchen.

Auch nach knapp 10 Folgen will Arrow bei mir nicht so richtig zünden. Vielleicht liegt es daran, dass die Handlung teilweise harte Superhelden-Action á la Daredevil ist und dann aber ruckzuck umschwenkt zum Denver Clan. Reiche Leute und ihre Shareholder-Problemchen, deren Welt aus den Fugen gerät, wenn sie keine Reservierung mehr in ihrem Lieblingsresaturant bekommen… Da fällt es mir schwer, mich mit denen zu identifizieren. Da war mir – trotz allem hahnebüchenen Kram – der Normalo-Charme von Flash lieber.

Die Charaktere:
Ich habe die leise Vermutung, dass Arrow der erste Versuch des Studios ist, einen Hauptdarsteller durch einen Holzklotz zu ersetzen. Stephen Amell, der den Oliver spielt ist zwar irrsinnig fit und gut gebaut, aber ich behaupte mal, wenn man ein Gesicht auf eine Papiertüte malt und sie ihm über den Kopf zieht, hätte er mehr Ausdruck.
Selbst in emotionalsten Szenen, hat er ständig seinen Standard-Neutralo-Gesicht und starrt manchmal so seltsam ins Leere, dass man meinen könnte, er wäre blind.
Für mich ist das auf jeden Fall einer der größten Kritikpunkte an der gesamten Serie.
Der Rest der Riege macht aber einen ordentlichen Job und ich hab mich gefreut Paul Blackthorne als den Cop und Papa von Ollis Verflossener wiederzusehen, denn ich mochte ihn schon in den Dresden Files (wobei die Serie auch nicht gut war).
Ansonsten bekommt man hier viele attraktive Menschen zu sehen, von denen der weibliche Anteil zumeist in relativ kurzen Röcken oder Hotpants herumläuft. Vermutlich weil die Zielgruppe das so will.

Fazit:
Ich werde die erste Staffel von Arrow zuende gucken und mal abwarten, ob da für mich noch das große AHA-Erlebnis kommt. Vielleicht taucht ja noch ein Schurke auf, gegen den Olli dann etwas besser aussieht, oder es kommt noch ein anderes Handlungselement, welches die Serie etwas aufpeppt.
Bislang bleibe ich aber weiterhin etwas skeptisch und gucke die Folgen mehr so pflicht-mäßig, in der Hoffnung, dass Arrow vielleicht doch noch bei mir zündet.

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3 responses to “Ersteindruck: Arrow”

  1. elizzy91 says :

    Ich mag Arrow!! 😀
    Glaub mir es wird noch besser! Bin jetzt am Ende der 2ten Staffel und noch viel begeisterter als am Anfang. Ich mag ja Superhelden Serien ungemein und Arrow gehört auf jeden Fall zu einer Favoriten Serie von mir!

    Gefällt 1 Person

  2. Behind the Screen says :

    Ich persönlich finde, dass der Hauptdarsteller einfach absolut unfähig ist und das die Serie kaputt macht.

    Gefällt mir

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