Kritik: Maze Runner 2

Jugendromane sind eine komische Sache. Diejenigen, die wirklich gut sind, verkaufen sich oft wie geschnitten Brot, werden endlos oft kopiert und es wird eine Menge Geld damit gemacht. Die Autoren werden irre reich und können sich verdient zur Ruhe setzen.

Seltsamerweise gibt es aber auch Romane, die nicht gut sind und die sich trotzdem irre gut verkaufen. (Ja, ich meine z.B. Dich, Twilight!) Auch mit ihnen wird jede Menge Geld gemacht und die Autoren werden irre reich. Bleibt nur zu hoffen, dass sie sich dann wenigstens zur Ruhe setzen und die Welt mit Fortsetzungen verschonen.

Eine der besseren Jugendreihen der letzten Zeit war ohne Zweifel „Die Tribute von Panem“, die einen nicht unerheblichen Anteil am immensen Erfolg von Jennifer Lawrence hatte.

Darin gings im ersten Teil ja darum, dass in einer dystopischen Zukunft eine Gruppe Jugendlicher von der grausamen Regierung in eine in sich abgeschlossene Arena gesteckt wird, in der sie um ihr Überleben kämpfen müssen.

Es ist schon einen Moment her, dass ich den ersten Maze Runner Film gesehen habe und vielleicht schrebe ich dazu nochmal ein ausführlicheres Review, aber bis dahin, fasse ich die Handlung mal kurz zusammen:

In einer dystopischen Zukunft wird eine Gruppe Jugendlicher von der grausamen Regierung in eine in sich abgeschlossene Arena… äh… fällt da was auf?

Ja, grundsätzlich ähneln sich die beiden Geschichten ein wenig, aber ein paar Unterschiede gibts dann doch. Maze Runner ist ein Mix aus Panem, Cube und Herr der Fliegen, erreicht aber zu keiner Zeit irgendeine Art von gesellschaftskritischer Relevanz.

Der junge Thomas wird mit einem ominösen Fahrstuhl an einen Ort verfrachtet, den alle nur „Die Lichtung“ nennen. Die Lichtung ist umschlossen von hohen Mauern und auf ihr leben seit rund 3 Jahren ein paar Jungs, die genauso hier angekommen sind. Jeden Monat einer, zusammen mit ein paar Versorgungsgütern. Eigentlich ist das Leben da gar nicht so übel (wenn man mal davon absieht, dass die Kids lauter völlig bekloppte Begriffe und Schimpfwörter erfunden haben), aber trotzdem wollen alle weg. Und zu diesem Zweck gibts in der Mauer eine Tür, die tagsüber offen steht und sich nachts schließt. Hinter der Tür liegt das namensgebende Labyrinth, welches sich in jeder Nacht in sich verschiebt und verändert.

Ein paar Jungs versuchen also rauszufinden, wie man aus dem Labyrinth fliehen kann, finden schließlich einen Ausgang, landet im Forschungslabor dahinter, welches einigermaßen verwüstet ist und stolpern über eine Videobotschaft.
Offenbar sind die Kids aus dem Labyrinth wichtig für ein Experiment, denn es gab eine Katastrophe und ein Virus ist ausgebrochen. Im Video wird das Labor dann von Soldaten angegriffen, die kurz darauf auch bei den Jungs auftauchen und sie aus dem Forschungskomplex bringen, damit sie in vermeintlicher Sicherheit sind.
Doch das war alles nur Verarsche und Teil des Experiments… haha…

Und nun also Teil 2… Gehört Maze Runner zu den guten Jugendbüchern, oder eher in die Twilight-Kategorie? Finden wir´s raus.

Die Handlung:
„Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste“, oder wie ich den Film gern nenne: „Charakterlose Teenies rennen rum“, setzt direkt da an, wo der Vorgänger endete.
Ein paar Jungs und ein Mädel haben das Labyrinth überlebt. Darunter Protagonist Thomas, der… äh… der aufmüpfige Held ist, ein Asiate der mich optisch an Rufio aus Hook erinnerte, ein Junge mit Babyface und ein vermeintlicher Afro-Amerikaner, sowie noch 2-3 andere, von denen ich mir weder Namen noch Gesichter merken konnte.

Die Teenies werden in eine Anlage gebracht und erstmal mit Nahrung, Klamotten und allem anderen versorgt. Leiter der Anlage ist ein Mann der von Littlefinger aus Game of Thrones gespielt wird. Praktischerweise für den Schauspieler, konnte er hier genau die gleiche Rolle wieder spielen. Wenn das mal nicht leicht verdientes Geld ist…

Mit in der Anlage sind auch noch etliche andere Kids, die scheinbar aus vielen anderen Labyrinthen entkommen sind, die es überall auf der Welt gab, die aber für die weitere Handlung vollkommen unwichtig sind.
Littlefinger kommt jedenfalls regelmäßig zur Mittagspause zu den Kids, liest eine Liste mit Namen vor, die angeblich auf eine tolle Farm dürfen, wo sie in Sicherheit sind und verschwindet dann mit den Halbstarken, die nie wieder gesehen werden.
Der aufmerksame Zuschauer merkt schon hier, dass irgendwas faul ist im Staate Dänemark. Wenn Littlefinger seine kleinen Finger im Spiel hat, kann das ja nichts gutes bedeuten.

Und so isses dann auch. Man hat die Anlage zwar irre sicher gebaut, aber vergessen das Lüftungsgitter im Schlafraum der Jungs festzuschrauben, so dass Thomas zusammen mit einem anderen Jungen, dessen Namen und Gesicht ich auch vergessen habe, nachts durch die Gegend krabbelt und mitbekommt, dass die Angestellten, komische Liegen mit abgedeckten Körpern durch die Gänge rollen.

Ruckzuck klaut man also eine Zugangskarte und sieht sich mal um… In einem Hightech-Labor hängen jede Menge komatöser Teeniekörper, denen irgendwas abgezapft wird und Thomas beobachtet, dass Littlefinger mit einer anderen Wissenschaftlerin spricht, die zur bösen, vermutlich von Scooter gegründeten, Organisation WCKD – oder wie sie im Film genannt wird WICKED (Oder wie sie von mir genannt wird WTF?) – gehört und irgendwas davon faselt, dass sie das Heilmittel bald hat und nur mehr Zeit braucht.
Das geht natürlich gar nicht und Thomas und seine Kumpels hauen aus dem Komplex ab und fliehen in die Brandwüste, das karge Umland des Komplexes und wollen sich bis zu den Bergen durchschlagen, wo sie eine Gruppe vermuten, die sich „Der rechte Arm“ nennt und die vermutlich irgendwie… nett ist.. warum auch immer.

Also ich weiss ja nicht, ob das nur so ein Ding von uns Deutschen ist, aber in Zeiten von AfD und Pegida machen Leute die sich selbst „der rechte Arm“ nennen, nicht den sympathischsten Eindruck.

Jedenfalls taumeln die Teenies durch ein verlassenes Einkaufszentrum, wecken haufenweise Zombies auf, und landen schließlich in einem Lagerhaus, wo sich Leute eingenistet haben, die natürlich auch ihre Pläne mit ihnen haben.

Und dann kommt noch WCKD dazu, es wird viel gerannt und man entkommt, um schließlich bei der nächsten Gruppe zu landen, die ihre Pläne hat und man rennt noch etwas weiter, bis man bei noch einer Gruppe landet, WCKD kommt und man wieder rennt, weil es zum Kampf kommt.

Und dann endet der Film mit einem miesen Cliffhanger, der nicht im Ansatz so befriedigend war der bei „Das Imperium schlägt zurück“, sondern einfach nur plump.

Ich glaube, ich muss es nicht mehr sagen, aber die Handlung war Grütze.

Der Film weiss nie so recht, was er eigentlich sein will und wankt heftig hin und her zwischen Zombie-Film, Endzeit-Survival und Teenie-Gedöns, macht dabei aber nichts davon wirklich richtig.

Die Protagonisten sind zu keiner Zeit die treibende Kraft des Films, haben keine nachvollziehbare Motiovation und werden nur von einer Gruppe zur nächsten geschubst und reagieren hier und da mal darauf was mit ihnen passiert. Extrem nervig.

Ich kenne das Buch vom dritten Teil nicht und bin mir nicht sicher, ob da noch ein entsprechender Twist kommt, aber in meinen Augen sahen die Bösewichter des Films gar nicht so böse aus. Ich meine, die Menschheit steht vor der Vernichtung durch ein Virus und Wissenschaftler versuchen dafür eine Heilung zu finden. Dafür zapfen sie immunen Jugendlichen, die möglicherweise sogar zugestimmt haben – was man nie erfährt – irgendeine blaue Flüssigkeit ab. Das ist Grund genug für Thomas sie als böse abzustempeln und zu fliehen. Wann immer die Bösewichter auftauchen, um sie wieder einzufangen, schiessen sie mit Betäubungswaffen, während die „guten“ Rebellen Sprengstoff und scharfe Munition verwenden und damit mehr Leute töten, als alle Bösewichter zusammen. Finde ich schon komisch. Aber egal…

Die Charaktere:
Uff… Der größte Kritikpunkt dieses Films. Charaktere gibt es nicht. Es gibt Leute, die Dinge tun, die ich aber nur voneinander unterscheiden kann, weil sie unterschiedlich aussehen. Da wird z.B. einer aus der Gruppe von den Zombies angefallen und mutiert daraufhin selbst und will sich vorher noch erschiessen. Eigentlich dramatisch, aber man denkt nur: „Wer isn der? Hat der schonmal was gesagt?“
Wie man als Drehbuch-Autor so dermaßen auf ganzer Linie versagen und dann damit noch durchkommen kann, ist mir schleierhaft.

Der Look:
Es gibt ein paar schöne Ansichten von zerstörten Städten und einer Welt, die scheinbar im Sand untergangen ist. Aber Forschungseinrichtungen usw. sehen leider komplett aus wie Filmsets und nicht wie echte Orte.

Fazit:
Den ersten Teil fand ich schon nicht bombig, aber noch okay. Diesen zweiten Teil hätte ich mir sparen können. Einfallslos, seelenlos und „Echt uebel“.

siegel_schlecht

 

Trailer: TM & © 2015 20th Century Fox. All Rights Reserved. Promotional use only.

 

„Maze Runner: Die Auserwählten in der Brandwüste“ gibts auch bei Amazon:

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About Uebelator

Filmfan, Videospieler, Nerd.

5 responses to “Kritik: Maze Runner 2”

  1. elizzy91 says :

    Ich habe mich gerade herrlich amüsiert! Vielen Dank dafür 😀 eine wirklich tolle und witzige Filmkritik. Mag deine Schreibstil richtig gerne! Den ersten Film habe ich mir „angeschlafen“ 😉 also etwa 10 Min. geschaut und dann bin ich eingeschlafen! Ergo; Ich fand ihn nicht spannend genug. Und nach deiner Kritik ist der zweite Teil wohl auch nicht wirklich sehenswert. Hab ich mir irgendwie schon gedacht!
    Wünsche dir einen tollen Wochenstart!

    Gefällt 2 Personen

    • Uebelator says :

      Cool! So solls sein und für Reaktionen wie Deine mache ich den Quatsch hier. Freut mich total. 🙂

      Ja, Teil 1 ging gerade noch so – sofern man es wie die Einwohner diktatorischer Staaten macht und nicht zu viele Fragen stellt. Aber bei Teil 2 wären meine Augen echt etliche mal zugeklappt, wenn ich mir, ob der Handlung, nicht immer wieder mit der flachen Hand auf die Stirn gehauen hätte.

      Wünsche Dir auch einen prima Start in die Woche. 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Marc says :

    Jugendromane und deren Verfilmungen der letzten Jahre find ich in der Regel eh kacke … siehe Panem, Divergent und wie sie nicht alle heißen. Immer dieselbe Story, nur leicht abgeänert. Brauch ich echt nicht …

    Gefällt 1 Person

    • Uebelator says :

      Die Romane der Panem-Reihe haben mich sogar noch positiv überrascht, weil da doch relativ viel Medien-Kritik drin steckt. Die Filme fand ich auch noch ganz okay, wenngleich sie absolut nicht super sind. Die Kostüme finde ich z.B. einfach nur albern.

      Aber Du hast Recht. Alle sind, wie immer, auf den Zug aufgesprungen und nun haben wir haufenweise Jugend-Stories die alle das Gleiche erzählen, aber etwas anders verpacken.

      Gefällt 1 Person

  3. franziska-t says :

    Ich kann mich dieser Kritik in allen Punkten anschließen. Ich habe gerade nochmal in meine Kritik von damals reingeschaut (https://filmkompass.wordpress.com/2015/10/09/maze-runner-the-scorch-trials-2015/) und bin grad verwundert, dass ich dem Film so hohe Punktzahlen gegeben habe. Die MAZE RUNNER- und DIVERGENT-Reihe kopieren zu oft THE HUNGER GAMES. Ich bin gespannt, welche Reihe als nächstes in die Kinos kommt. Ohnehin habe ich das Gefühl, dass es wenig Neues, sondern nur noch Aufgewärmtes für die Teenies geben wird. Disney verfilmt alle Zeichentrickmärchen als Realverfilmung und diverse Franchises (Jurassic World im Park, Harry Potter und die Fantastic Beasts und wo sie zu finden sind, Star Wars: The Moneysucht awakens) bekommen Fortsetzungen.

    Gefällt 1 Person

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