Kritik: Star Wars: Episode VI

Rückkehr der Jedi-Ritter

RomPom RomPom Brrrrrrrrr RomPom.
Dadadadaaaaa Dada Dada Da Dadadadadadadadadadadada Dadadadaaaaaa…
Düdeldidie Düdeldidieeee Düdeldidieeeeeee
Dadadadaaaaaaaaaaa…

Okay, nach dieser zugegebenermaßen ziemlich stümperhaften, textlichen Interpretation der Fox-Fanfare werde ich jetzt mal mit dem dritten Teil meines Star Wars-Revivals loslegen.

„Rückkehr der Jedi-Ritter“ – Das große Finale der klassischen Star Wars Saga. Hier werden nochmal alle Register gezogen, ein riesiges Effekt-Feuerwerk abgefeuert und die Story zu einem befriedigenden Ende gebracht. Aber ich greife vor…

Die Handlung:
„Es war einmal…“ Jaja, das kennen wir ja schon. Irre weit weg, diese Galaxis.
Und dann wieder der gelbe Text.

Wir erfahren, dass Luke auch auf den Wüstenplaneten zurückgekehrt ist, um Han Solo aus der Gefangenschaft von Gangsterboss Jabba the Hutt zu befreien. Waren da nicht Lando und Chewie auch schon unterwegs? Hmmm… vermutlich sind die beiden irgendwo in einer Bar versackt oder so.

Und während Luke so in der größten Sandkiste des Universums herumeiert, hat das Imperium einen neuen Todesstern gebaut, der noch größer und noch tödlicher ist, als der Erste.

Sind die die denn völlig bekloppt?

Ich meine… okay… da kam aus imperialer Sicht ein Haufen Terroristen angeflogen und hat mit einem einzigen gezielten Treffer das Symbol der imperialen Macht pulverisiert. Dass man da aus Trotz sagt: „Okay… kratzt uns nicht. Wir bauen das Ding einfach nochmal. Und in größer! Und besser! Und überhaupt!“, kann ich gerade noch verstehen.

Aber wenn man dann mal kurz drüber nachdenkt, kommt man doch zu dem Schluss, dass es irgendwie schon ziemlich ultimativ war, eine Waffe zu haben, die einen ganzen Planeten zerlasert. Wie kann man das denn noch steigern? Hat dieser neue Todesstern jetzt ein A++ in puncto Energieeffizienz? Oder kann der jetzt schneller feuern oder so? Oder warum zur Hölle hat man den jetzt noch größer gebaut? Weil Sie´s können?

Ja, ich denke, das muss als Begründung reichen. Hoffe nur, dass sie dieses Mal ein Gitter mehr bestellt haben, um eventuelle Lüftungsschächte abzudecken.

Aber der Todesstern ist erstmal nicht von Interesse, denn es gilt ja schließlich noch unseren Schmuggler-Kumpel Han Solo zu befreien. Da muss das Schicksal der Galaxis halt mal einen Moment warten. Außerdem wird der Todesstern eh nicht so schnell fertig, wie Darth Vader das gern hätte und so droht der Maskenmann seinen Untergebenen erstmal direkt damit, beim Imperator petzen zu gehen. Gemein!

Han, der immer noch in Karbonit eingefroren ist, dient jetzt jedenfalls im Palast von Jabba the Hutt – einem fetten, sabbernden Wurm – als dekorative Garderobe und so schleichen sich alle unsere Helden auf die eine oder andere Weise in die vier Wände des Gangsterbosses ein.

Lando mimt eine Wache, Leia schleicht sich als Kopfgeldjäger ein, bringt Chewie als Gefangenen mit und lässt Han mitten in der Nacht endlich mal abtauen. Der Gute hat allerdings heftigen Gefrierbrand auf den Augen und kann erstmal nichts sehen, hört aber Jabbas Gekicher und die beiden werden wieder gefangen genommen. Leia muss sich fortan im schmucken Metall-Bikini an den Weltraumwurm schmiegen, während Han zusammen mit seinem Kumpel Chewie im Kerker verrottet. Hat ja super geklappt der Plan. Aber hey! Es gibt noch einen Plan B!

Luke – der jetzt halt selber ran muss – pfeift auf Subtilität, latscht direkt in Jabbas Palast, versucht seinen Jedi-Gedankenkontroll-Trick, der leider nicht klappt, droht dem Gangster dann, der wiederrum einmal herzlich lacht und Luke in eine Grube schmeißt, in der er gegen ein großes, hässliches, aber sehr hungriges Monster kämpfen muss, das aussieht wie das Baby von King Kong und der Fliege. Plan B hat also auch nicht so super geklappt.

Für einen echten Jedi ist so eine Riesenmonster aber kein Problem und man zermatscht es sehr zum Protest des Tierpflegers in der Käfigtür. Da Jabba aber scheinbar drauf fixiert ist, Luke an irgendetwas zu verfüttern, plant man im Hutt´schen Palast einen Firmenausflüg, startet die Segelbarke und düst raus in die Wüste, von man Luke, Han und Chewie an eine Art riesigen Ameisenöwen verfüttern will.

Ganz nach Superschurken-Art knallt man seine Feinde also nicht einfach ab, wenn man sie loswerden will, sondern lässt sie über eine Planke gehen, von der aus sie dann direkt in den Magen des hungrigen Sandvieh´s hüpfen sollen. Luke hat aber noch Plan C in der Tasche, der – wie er vermutlich hinterher allen weiß machen wird – ohnehin von Anfang an eigentlich Plan A war und lässt sich von R2, der auf der Barke Drinks serviert, sein Laserschwert zu werfen.

Ein paar Salti, Überschläge und Säbelschwinger später, sind alle befreit, Jabba ist erwürgt, die Segelbarke explodiert und Boba Fett im Monstermagen gelandet. Alles in allem ein erfolgreicher Tag. Und wie das alles funktioniert hat. Schon ein raffinierter Kerl, dieser Luke.

Jetzt wo man endlich mal wieder ein wenig Zeit hat, fliegt Luke zurück nach Dagobah, um seine Ausbildung bei Yoda zu beenden, aber dummerweise ist der grüne Zwerg zwar schon 12 Mrd. Jahre alt, hat diverse Kriege und die Auslöschung der Jedi überlebt, stirbt aber kurz nachdem Luke bei ihm ankommt.

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Captain Zufall!

Bevor er den Löffel für seine Sumpfsuppe endgültig abgibt, erzählt Yoda ihm allerdings noch das eine oder andere wichtige Detail. Zum einen ist Lukes Ausbildung beendet und er ist jetzt ein Jedi. Toll… Hätte man ihn da nicht mal per Post benachrichtigen können? So ein X-Wing verbraucht doch bestimmt auch nicht gerade wenig auf 100 km.

Wie zur Entschuldigung bestätigt der dahinscheidende Gnom nochmal schnell, dass Vader tatsächlich Lukes Vater ist und dass es obendrein noch einen Skywalker gibt.
Und nur für den Fall, dass Luke Yoda immernoch nicht glaubt, kommt auch der Geist von Obi Wan um die Ecke, erzählt ihm, dass Leia seine Schwester ist und er übrigens gegen Darth Vader kämpfen müsse, wenn er das Imperium besiegen will.

Ich will ja nicht kleinlich sein, aber sind das nicht Informationen, die man Luke vielleicht ein wenig eher hätte geben können? Zum Beispiel BEVOR er mit Leia auf Hoth rumgeknutscht hat?

Luke wundert sich allerdings nicht so richtig und düst zurück zur Rebellen-Allianz, die gerade den Angriff auf den neuen Todesstern planen. Offenbar ist nämlich der Imperator höchstpersönlich zu einer Stippvisite vorbeigekommen und scheucht nun selber die Bauarbeiter von A nach B. Superchance also, um gleich alle Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Knifflig wird’s allerdings dadurch, dass der Todesstern durch einen Energieschild geschützt ist, der vom nahen Waldmond Endor aus kontrolliert wird. Bevor man also wieder die Nummer mit den Torpedos in den Luftschacht abziehen kann, muss man jetzt erst noch den Schild deaktivieren. Da sag mal einer, das Imperium hätte nicht dazu gelernt…

Han, Leia, Luke und Chewie führen also ein kleines Team an, welches auf dem Mond landen und den Energieschild deaktivieren soll, während Lando den Falken fliegt und an der Raumschlacht teilnimmt. Seltsamerweise hielt man es für eine gute Idee, C3PO und R2-D2 mit auf den Waldmond zu nehmen. Ist ein gold glänzendes, ständig plapperndes Männchen nicht das, was man am wenigsten brauchen kann, wenn man sich unauffällig durch einen Wald bewegen will? Und als Teilzeit-Rollstuhlfahrer, weiß ich, dass es auf jeden Fall eine schlechte Idee ist, sich auf Rollen durch einen Wald bewegen zu wollen. Aber vielleicht gibt’s ja auch bei der Rebellen-Allianz arme Minijobber-Dödel, die dann den ganzen Tag den Droiden durch den Wald schleppen.

Man kommt jedenfalls in einem gestohlenen Shuttle noch recht unauffällig auf dem Waldmond Endor an, aber dann tritt Han auf einen Ast und alles geht den Bach runter. Es folgen wilde Verfolgungsjagden durch den Wald und über kurz oder lang wird die gesamte Heldentruppe von einem einheimischen Stamm primitiver Knuddelteddies eingefangen, die C3PO für einen Gott halten und so klingen wie Gernot Hassknecht auf Helium.

Man freundet sich an, trinkt einen zusammen und Luke erzählt Leia in einer ruhigen Minute mal, dass er übrigens ihr Bruder ist und morgen vorhat ihrem gemeinsamen Vater eins mit dem Laserschwert überzuziehen.

Aber auch Leia scheint das überhaupt nicht zu wundern und sie behauptet sogar, sie habe das irgendwie schon immer gewusst. Ach ja? Und warum zur Hölle erzählt sie das dann nicht dem dödeligen Luke sondern knutscht noch mit ihm rum? So langsam finde ich die Verwandschafts-Verhältnisse ein wenig besorgniserregend. Am Ende ist Han noch Lukes Cousin, Chewie der unrasierte Schwippschwager mit Sprachfehler und R2-D2 war früher mal der Staubsauger im Skywalker Haushalt, der eine heimliche Affäre mit Opa Yoda hatte… Gruselig.

Luke hat jedenfalls vor, Vader zu bequatschen, damit dieser sich an das Gute in ihm erinnert und zurück auf die helle Seite der Macht wechselt. In etwa ein ähnlich guter Plan, wie die Sache bei Jabba, aber hey… der Typ ist Jedi. Der weiß schon was er macht.

Der Rest der Truppe erinnert sich einigermaßen verkatert daran, warum sie nochmal auf diesem abgefahrenen Waldmond waren und zusammen mit ihren neuen, pelzigen Knuddelfreunden attackieren sie den Schildgenerator und liefern sich eine Schlacht im Wald.

Im Weltraum über ihnen tobt derweil der Kampf um den Todesstern und die Rebellenflotte hat alle Hände voll damit zu tun, nicht ausgelöscht zu werden, bevor die blöden Schilde weg sind.

Vader führt Luke zum Imperator und der quatscht ihn voll und bringt ihn auf 180, damit er seinem Hass freien Lauf lässt und die dunkle Seite übernehmen kann. Das klappt eigentlich ganz gut und als Vader schließlich damit droht, das Gleiche auch mit Leia ausprobieren zu wollen, rastet Sohnemann komplett aus und knüppelt Vader sehr zur Freude des Imperators nieder.

Han und seien Spießgesellen sprengen derweil den Generator und die Schiffe der Rebellen können jetzt richtig angreifen. Wo in Episode IV noch ein simpler Torpedo gereicht hat, fliegt man nun mit den Jägern direkt selbst in den Todesstern hinein, um den Generator vor Ort zu zerlasern.

Luke weigert sich schließlich seinen Vater – der inzwischen eine Armlänge kürzer ist – zu töten, weil er eben doch ein Guter ist und der Imperator beginnt daraufhin mit einer Art Elektroschocktherapie. Vader hält von solchen alternativen Heilmethoden aber nichts, schnappt sich den blitzewerfenden Zausel und schmeisst ihn in einen dieser endlosen Schächte, die es vermutlich in jedem Todesstern gibt. Ich frag mich ob der Imperator dabei an der Kontrollstation für den Traktorstrahl vorbeigekommen ist… Egal…

Rumsbums, alles fällt auseinander und Luke schleppt den schwer verletzten Vader durch die Station, um zu entkommen, aber nachdem er ihm die Maske abgenommen hat und darunter doch kein Monster, sondern einfach nur ein vernarbter, alter Mann war, der dann doch wieder einer von den Netten ist, stirbt Vader.

Der Rest ist Formsache. Man sprengt die Kampfstation, Leia und Han küssen sich, man feiert eine Wilde Party mit den Knuddelbären und alles ist wieder dufte in der weit, weit entfernten Galaxis.

Hui… hier gabs dann doch mehr Action als in den Vorgängerfilmen. Der Showdown mit seinen drei parallel laufenden Schauplätzen war grandios gemacht und irrsinnig spannend inszeniert und auch die Speederbike-Jagd durch den Wald war toll. Die Saga um Luke und seine Famile wurde zu einem tollen Ende gebracht, aber insgesamt fühlte sich Episode VI aber etwas glatter und durchgestylter an als die Vorgänger. Hier und da schimmerte schon die heftige Marketing-Maschinerie durch, die im Hintergrund lief und ich bin mir sicher, dass sie Ewoks nur so knuddelig aussahen, damit man am Ende mehr Spielzeug verkaufen konnte.

Der Kampf Naturvolk vs. Technologie-Imperium ist vermutlich so ein Ding der 80er, war hier aber ganz nett verpackt.

Alles in allem wars eine tolle Story mit liebgewonnen Charakteren, großartigen Actionszenen und auch genug Raum um immer mal durchzuatmen.

Die Charaktere:
Oooohhh, der Imperator war böse. Sehr gut. So sollte er sein. Der typische böse Zauberer.
Auch Jabba war als neuer Charakter ganz witzig und echt eklig.
Die alten Charaktere wurden sinnvoll fortgeführt und weiterentwickelt.
Ich hätte mir lediglich etwas mehr Verlockung der dunklen Seite für Luke gewünscht, denn alles in allem schien es für ihn schon ziemlich einfach zu sein, einer von den Guten zu bleiben.

Der Look:
Ich wiederhole mich… Die Kreaturen und Schauplätze sehen auch nach etlichen Jahrzehnten noch toll aus. Die Weltraumschlacht ist großartig gemacht und auch das Speederbike-Rennen sorgt für angenehme Adrenalinschübe. Lediglich an der unnötigen Änderungen der Special-Edition könnte ich meckern.

Fazit:
Ein tolles Ende einer großartigen Trilogie. Man muss die Ewoks nicht mögen, aber als Kind fand ich sie toll und ich mag sie immer noch. Warum Chewie zwischendurch jodelt wie Tarzan hab ich nie verstanden und fands auch als Kind doof, aber all das tut dem Film keinen Abbruch. „Rückkehr der Jedi-Ritter“ ist ein großer Spaß, ein fantastisches Abenteuer und einfach „Uebelst geil“.

siegel_gut

Du willst noch mehr Star Wars?

Hier gehts zum Review von Star Wars: Episode I
Hier gehts zum Review von Star Wars: Episode II
Hier gehts zum Review von Star Wars: Episode III
Hier gehts zum Review von Star Wars: Episode IV
Hier gehts zum Review von Star Wars: Episode V
Hier gehts zum Review von Star Wars: Episode VII
Hier gehts zum Review von Star Wars: Clone Wars
Hier gehts zur Empfehlung von Star Wars Revisited
Hier gehts zum Review von Star Wars: Battlefront

Die Star Wars Saga gibts auch bei Amazon:

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

About Uebelator

Filmfan, Videospieler, Nerd.

11 responses to “Kritik: Star Wars: Episode VI”

  1. Daniel says :

    sehr sehr witzig und gut geschrieben 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

dennishaackergrafik.wordpress.com/

Dennis Haacker / Grafik und Design

NerdicReviews

News, Games, Reviews & mehr

thomasthomasius

Noch einer der denkt, er wüsste was über Filme

Cinemagisch

FilmBlog von Ivonne Sielaff

What's Best in Life?

Ein Popkultur-Buchclub für Nerds

Dampfbloque

Alltag und Humor

Jargs Blog

Blog über Bücher und Medien

GREIFENKLAUE - BLOG

Rollenspiel ^ Fanzines ^ Podcast ^ RPG-Szene ^RPG-News ^LARP ^ Tabletops ^ Dungeons ^Maps ^Minis

Cinematographic Tides

Filmische Gezeiten / Filmbesprechungen nach Wetter- und Stimmungslage / Klönschnack inbegriffen

haltstop

Halt, stop - jetzt denke ich! Und zwar über Kino, Film und Fernsehen.

MovieTipp

Filme & Serien

Aequitas et Veritas

Zwischendurchgedanken

zacksmovie

Film- und Serienkritiken

jacker's 2 Cents...

Filme // Musik // Podcasts // Sport // Kunst // Nerdstuff

Michael Meiser

Personal photo and text blog

Das Batman-Projekt

Kritiken und News zum Dunklen Ritter

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Meine Kritiken

Filme, Serien, Bücher und Gesellschaftsspiele

Inglourious Filmgeeks

Die Filmwelt aus jungen Augen

Review-Mädchen

Beauty ● Filme ● Reviews

Star Wars Revisited News

"What the Special Editions should have been!"

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

%d Bloggern gefällt das: