Kritik: Until Dawn

Ich mag Horrorfilme. Ich grusele mich gern und ja, ich erschrecke mich auch ganz gern mal.

Und ich mag die Spiele von Telltale und David Cage. The Walking Dead, Game of Thrones, Heavy Rain, Beyond: Two Souls und The Wolf Among Us waren wirklich toll erzählte Stücke interaktiver Unterhaltung. Selbst wenn der spielerische Anteil dabei irgendwie eher in Apotheken-üblichen Dosen verabreicht wurde. Die Spiele fühlen sich einfach so an, wie eine Serie bzw. ein Film zum mitspielen und in die gleiche Kerbe schlägt auch Until Dawn.

Aber mit Slasher-Horror-Thema. Wie geil ist das denn?

Die Handlung:
Ein Haufen abziehbildartiger Teenager aus der hintersten Ecke der Klischee-Mottenkiste machen Party in einem Ferienresort, das – den Schneemengen und der Abgeschiedenheit nach zu urteilen – irgendwo am Himalaya liegt. Mit dabei sind alle Charaktere, die man so in einer Hollywood-Highschool antreffen kann: Die leicht blöde Blondine, der überpotente Sportler, der lustige Nerd, das graue Mäuschen, die garstige Streberin… Ich glaube, ihr versteht was ich meine.

Wie das unter Horrorfreunden so üblich zu sein scheint, (siehe mein Review zu Unknown User) spielt man sich gern mal einen fiesen Streich, der normalerweise darin endet, dass der Bestreichte am Ende sein Leben verliert. So auch hier. Beth und ihre Schwester Hannah geben also relativ unschön den Löffel ab und der Rest der Bande guckt erstmal einigermaßen bedröppelt drein.

 

Das hält sie aber nicht davon ab, sich ein Jahr später wieder in der Gruselhütte im Wald zu treffen (was ja immer eine gute Idee, wenn man sich in einem Horrorfilm bzw. -spiel befindet) und richtig heftig Party zu machen, um das Ganze aufzuarbeiten… is klar.

Josh, der überlebende Bruder von Beth und Hannah, lädt also zum munteren Besäufnis ein und kurz darauf tun die halbstarken, potenziellen Slasher-Opfer all die schönen Dinge, die man in einem Horrofilm nicht tun sollte. Alleine in den Wald gehen, alleine in den Keller gehen, alleine baden gehen, ein altes Ouija-Brett benutzen usw.

Da natürlich allerlei gruselige Geräusche im Wald sind und wir mitbekommen, dass irgendwer oder irgendwas da draussen ist, dauert es natürlich nicht lange, bis die ersten Leute verschwinden, tot irgendwo gefunden werden, es viel gekreischt und weggelaufen wird und am Ende nicht mehr alle der Partypeople am Leben sind.

Until Dawn spielt ganz bewußt mit allen Horror-Klischees, die es so gibt, serviert uns einen billigen Schreck-Moment nach dem nächsten – was meist aber sehr gut funktioniert – und nimmt sich dabei aber selbst nicht allzu ernst.

Ein wichtiger Aspekt des Spiels ist die Entscheidungsfreiheit, denn je nachdem wie wir spielen, sterben eventuell Charaktere, andere überleben und das Spiel passt gewisse Details an, um uns noch mehr zu verängstigen. Zumindest wollen uns das die Marketing-Leute weiss machen. Effektiv werden durch den Tod einzelner Charaktere lediglich gewisse Spielabschnitte weg gelassen und die Änderungen, die sich durch unser Verhalten ergeben, sind – ähnlich wie bei den Telltale Spielen – doch eher marginal. Trotzdem lohnt sich ein erneutes Durchspielen, da man doch noch viele Dinge sieht, da man beim ersten Durchlauf übersehen hat.

Die Handlung ist nicht sonderlich tiefgründig, überrascht aber trotzdem hier und da und ist spannend genug, um über die gesamte Spieldauer ordentlich zu motivieren.

Spielmechanisch gibt es allerdings nicht viel zu tun. Hier und da mal ein Quicktime-Event oder ein smples Tontauben-Schiessen, da mal ein paar Hinweise untersuchen… das wars.

Die Charaktere:
Die tumben Teenies – so abziehbildartig sie auch sein mögen – wachsen einem mit zunehmender Spieldauer verblüffenderweise richtig ans Herz und man erfährt, dass viele von ihnen doch gar nicht so sind, wie sie sich anfangs geben. Sehr schöne Entwicklung. Und gut gespielt sind sie auch.

Der Look:
Until Dawn sieht super aus. Die Charaktere sind hochdetailliert und echten Schauspielern (unter anderem Hayden Panettiere und Peter Stormare) nachempfunden. Die Mimik und Animationen sehen toll aus, die Hintergründe sind atmosphärisch gestaltet und es kommt rundum tolle Horror-Stimmung auf. Und der klasse Soundtrack tut sein übliches dazu.

Fazit:
Ich fand Until Dawn super und war bestens unterhalten. Der Wiederspielwert ist nicht ganz so hoch, wie die Entwickler uns glauben machen wollen, aber selbst wenn man es nur einmal durchspielt (was so zwischen 7 und 9 Stunden dauert) hat man während dieser Zeit eine Menge Spaß. (Vor allem, weil das Spiel mittlerweile recht günstig zu haben ist)
Einigen Leuten mag Until Dawn zu wenig Spiel sein, für mich – der interaktive Filme mag – ist es aber „Uebelst geil“.

siegel_gut

 

Habt ihr Until Dawn gespielt?
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Trailer: © Sony Computer Entertainment

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About Uebelator

Filmfan, Videospieler, Nerd.

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