Kritik: Mad Max: Fury Road

Ich wollte diese Kritik eigentlich laut grunzend beginnen und mich darüber freuen, dass es mal wieder einen echten Männerfilm gibt. Knallige Action, fette Explosionen, schweigsame Helden und röhrende Motoren… alles was das Männerherz begehrt.
Und dann hab ich nochmal drüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass Mad Max eigentlich eher ein Frauenfilm ist.

Wieso?

Na darum:

Die Handlung:
Die Zukunft ist nicht rosig. Ein Atomkrieg hat die Erde im wahrsten Sinne des Wortes verwüstet und zu einem einzigen staubigen Albtraum gemacht.
Max Rockatansky (wenn ich ne Frau wäre, würd ich den allein wegen des Nachnamens heiraten) hat so ziemlich alles verloren, was man nur verlieren kann, streift allein durch die Gegend und versucht zu überleben.

Das Gleiche tun allerdings auch diverse Gangs, die sich zusammengetan haben und für sich Territorien abstecken. Die Warboys sind ein Haufen blässlicher, fanatischer Spacken, die einem eklig alten Anführer namens Immortan Joe folgen, der eine fies aussehende Maske trägt als wäre er auf einer Darth Vader-Gedächtnisveranstaltung. Joe ist allerdings ein cleverer Kerl und hat sich ein paar Wasserreserven unter den Nagel gerissen. Und da Wasser total rar ist, machen alle einfach mal das was er sagt, wenn sie nicht verdursten wollen. Dazu mischt er einen kräftigen Haufen durchgequirlter, religiös verschwurbelter Mythen-Kacke und die Warboys gehen gern für ihn in den Tod, wenn sie danach nach Valhalla kommen. Spinner.

Max gerät jedenfalls irgendwie in die Fänge der Warboys und wird dadurch in einen noch viel größeren Schlamassel gezogen.

Denn für Joe arbeitet auch die toughe Imperator Furiosa, eine einarmige Truckerbraut mit Armprothese, die für ihren Boss einen dicken Laster durch die Gegend fahren soll, um Benzin von einem anderen Lager zu holen. Doch anstatt mal schnell zur Tanke zu fahren und ein paar Kippen mitzubringen, biegt die Gute mal rechts ab und kratzt die Kurve, denn sie hat keine Lust mehr auf Joe und seine dusseligen Warboys.
Um die Sache noch etwas kribbeliger zu machen, hat Furiosa allerdings auch noch Joes „Ehefrauen“ mitgenommen – junge Mädels, die eigentlich eher als Sklavinnen gehalten wurden um Joes Nachwuchs zu zeugen. Mit den Mädels will sie zum „grünen Ort“ fahren und da dann hoffentlich in Freiheit leben.

Das kann Joe natürlich nicht auf sich sitzen lassen und mobilisiert alles was er hat, um sowohl den Truck als auch die Mädels wieder zurück zu bekommen. Und Max muss da leider auch mit.

Über etliche Irrungen und Wirrungen schliesst sich Max schließlich den Frauen an und gemeinsam versuchen sie sich ihren Weg durch das Ödland zu bahnen.

Dass der Film Mad Max heisst, ist eigentlich nicht ganz richtig, denn in meinen Augen steht Furiosa deutlich mehr im Mittelpunkt als der namensgebende Held und es ist mehr ihre Story, während Max mehr so nebenher läuft. Aus diesem Grund meine ich, dass Mad Max eigentlich eher ein Frauen-Film ist, denn man bekommt den Eindruck, dass die Einzigen, die nach der Apokalypse einigermaßen bei Verstand sind, eben die Frauen sind, während die Männer im Film entweder vollkommen degeneriert, verblödet oder verrückt sind. (Böse Zungen mögen behaupten, das wäre schon jetzt so.) Und während des gesamten Films ist es Furiosa, die sagt wo´s langgeht, während Max sie eher begleitet.

Die Story ist zwar mehr nur so eine Art Vehikel, um wirklich toll gemachte Action-Szenen abzufeiern, aber sie tut was sie soll und es gelingt, dass einem die Charaktere einigermaßen sympathisch werden.

Die Charaktere:
Da ist zuerst mal Max. Er ist der schweigsame, einsame Held, der getrieben von der Schuld um den Verlust seiner Familie durch das Ödland zieht. Wir erfahren kaum was über ihn und er spricht im Film nicht viel. Etwas mehr wäre da vielleicht schön gewesen.
Furiosa ist allerdings klasse. Sie ist echt eine harte Braut und lässt sich nichts sagen. Man bekommt mit, dass ihre Vergangenheit wohl recht düster aussah und versteht ihre Beweggründe recht gut.
Immortan Joe ist auch supercool gestaltet. Man sieht zwar einen Großteil seines Gesichtes nicht, aber man bekommt trotzdem einen super Eindruck davon, dass man dem Kerl besser nicht in die Suppe spucken sollte.

Der Look:

Wenn es einen Film gibt, den man mit diesem Wort beschreiben kann, dann ist es Mad Max: Bombe.

 

Der Film sieht dermaßen gut aus, dass es fast schon frech ist. Das Ödland ist größteils gelb und braun und orange und wird scharf kontrastiert durch den knallblauen Himmel. Vor diesem Hintergrund finden viele wirklich sensationell gemachte Verfolgungsjagden statt, bei denen sich die Autos so heftig überschlagen und explodieren, dass man sich manchmal duckt, um nicht ein Teil abzubekommen. Die Auto sehen cool schrottig aus, die Kostüme sind großartig designed und allein der große Wagen mit den Trommeln und dem Gitarrenspieler drauf verdient den Oscar für… äh… Filmfahrzeuge?
Der riesige Sandsturm sieht genauso großartig aus, wie der ganze Rest und man muss wirklich sagen, dass der Film ein Fest für Augen und Ohren ist.

Fazit:
Geile Scheisse. Von vorne bis hinten. Total durchgeknallt und optisch und akustisch brilliant. In seiner Kompromisslosigkeit in Sachen Action hat mich Mad Max ein wenig an „Dredd“ von 2012 erinnert, was ich durchaus als Kompliment meine. Beide Filme wissen genau was sie sein wollen und zelebrieren das bis zum Ende durch. Und deswegen sind sowohl Dredd, als auch Mad Max „Uebelst geil“.

siegel_gut

 

Habt ihr Mad Max:Fury Road gesehen?
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Trailer: © Warner Brothers

„Mad Max:Fury Road“ gibts auch be Amazon:

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  1. Die besten Filmposter 2015 | AUGEN² - 16. Februar 2016

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