Kritik: Unknown User

Dieses Wochenende war mal wieder Horror dran. Und los gings mit Unknown User, oder „Unfriended“, wie er im Original heisst, was ich für den viel besseren Titel halte.

Im Vorfeld hatte ich viel gutes über den Film gehört und ich mag gut gemacht „Found Footage“-Horrorfilme. Blair Witch Project fand ich damals großartig und ich hab mich noch nie so sehr über einen aufklappende Schranktür gegruselt wie bei Paranormal Activity.

Und Unknown User schlägt da ein wenig in die gleiche Kerbe.

Die Handlung:
Die Geschichte ist schnell erzählt und im Grunde echt nichts besonderes. Ein Haufen Teenager hat einen fieses Video von einer betrunkenen Freundin gemacht und das Ding auf Youtube hochgeladen. Wie man das mit Freunden eben so macht… Arschgeigen.
Die Gute wurde daraufhin heftigst gecybermobbt (ist denglisch nicht toll?) und hat sich dann relativ spontan überlegt, sich zu erschiessen.
Am Jahrestag ihres Todes taucht ihr Geist auf und rächt sich an all den Flitzpiepen, die für den Mist verantwortlich waren.

Fertig.

Was den Film aber besonders macht, ist die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird. Nämlich ausschließlich in der Ansicht eines Apple-Desktops von einem der Teenager, die online mit ihren Freunden schreibt und skyped.

Alles was wir in diesem Film sehen ist also die Benutzeroberfläche des Rechners mitsamt Chatfenstern und Videokonferenz-Bildschirmen, auf denen sich die Freunde unterhalten.

In meinen Augen eine völlig großartige, ungewöhnliche Idee, denn als Zuschauer wird man so direkt Zeuge der ganzen Geschehnisse und ist quasi direkt mit dabei. Echt gut gemacht.

Der Horror beginnt also online. Zuerst taucht ein unbekannten User mit im Skype Videokonferenz-Fenster auf, der nicht entfernt werden kann. Erst halten das alle für einen Fehler, aber als dann plötzlich über die facebook-Accounts der Teenager fiese Sachen gepostet werden und der unbekannte User beginnt Nachrichten zu schreiben, nimmt der Film richtig Fahrt auf und gruselt doch recht effektiv.

Das gruseligste für mich war jedoch die Erkenntnis, dass junge, amerikanische Teenager, die scheinbar alle zur gleichen Schule gehen und damit im gleichen Ort wohnen, lieber abends zusammen vorm Rechner hängen und sich per Skype unterhalten, anstatt einfach mal schnell mit dem Fahrrad zu den Kumpels zu fahren, zusammen ein Bierchen zu trinken und sich so ganz in echt zu unterhalten.

Naja und ein paar Dinge fand ich auch ein wenig seltsam. Da war zum Beispiel dieses Mädel, bei der im Hintergund immer ein Hund nervig gekläfft hat. Ganz offenbar mochte sie keiner so richtig und sie schein die anderen Teenies auch nicht richtig super zu finden. Warum zur Hölle skyped sie dann abends mit denen?

Oh und kann mir jemand sagen, ob es von dem Film mehrere Schnittversionen gibt? Nicht, dass ich super scharf darauf wäre blutige Gewalt zu sehen, aber ich hatte doch irgendwie den EIndruck, dass immer dann, wenn es ans Engemachte ging komischerweise die Kamera ausgefallen ist. Und das obwohl der Geist ja eigentlich ein Interesse daran haben müsste, den Teenies die Tode ihrer Freunde möglichst detailliert zu zeigen.

Die Charaktere:
Horrorfilm-Teenager. Nichts außergewöhnliches. Aber gut gespielt. Und ich habe gelesen, dass der Film auf Wunsch der Schauspieler in einem einzigen Take gedreht wurde. Dafür großen Respekt.

Der Look:
Wie gesagt: Der Film spielt sich ausschließlich auf dem Desktop eines Rechners ab. Ich find die Idee toll und hab sogar noch was über die Funktionalität von Skype gelernt. 🙂

Fazit:
Für mich nicht ganz so gruselig, wie Paranormal Activity, aber dennoch ein ungewöhnlicher, neuer Ansatz, den es sich anzuschauen lohnt, sofern man Filme dieser Art mag.

Habt ihr Unknown User gesehen?
Wie ist eure Meinung zum Film?

Gefällt Euch diese Kritik?
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Trailer: © Universal Pictures

„Unknown User“ gibts auch bei Amazon:

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About Uebelator

Filmfan, Videospieler, Nerd.

5 responses to “Kritik: Unknown User”

  1. popcornfilme says :

    Hört sich sehr interessant an. Steht bei uns auch noch auf der To-Do-Liste 🙂
    Wir haben dich übrigens für den Liebster Award nominiert und würden uns freuen, wenn du unsere Fragen beantworten würdest 🙂 https://popcornfilme.wordpress.com/liebster-award-2-0/

    Gefällt 1 Person

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  1. Kritik: Until Dawn | Augen² - 20. Januar 2016

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