Ersteindruck: The Shannara Chronicles

Da geht sie an den Start: Die nächste tapfere Fantasy-Serie, die auszieht, um dem König „Game of Thrones“, der das Genre seit Jahren beherrscht, das Fürchten zu lehren.
Putzig.

Man muss allerdings dazu sagen, dass sich der Vergleich zu Game of Thrones zwar aufdrängt weil beide Serien grob in die Fantasy-Schublade passen, aber insgesamt sind sie doch sehr unterschiedlich und legen den Fokus auf andere Dinge. Wo Game of Thrones sich mehr mit den Charakteren und deren persönlichen Dramen beschäftigt, will Shannara mehr so eine große High-Fantasy-Saga sein wie z.B. Herr der Ringe. Zumindest kommt es mir bis jetzt so vor.

Die Handlung:
So ganz hab ich das noch nicht gerafft. Shannara spielt nicht etwa in einem Fantasy-Reich, sondern auf der guten alten Erde, die sich allerdings in der fernen Zukunft stark verändert hat. Städte sind zerfallen, die Natur hat sich große Teile zurück erobert und es gibt aus irgendeinem Grund nicht nur Magie (die wohl noch genauer erklärt wird) sondern auch die üblichen Rassen aus der Fantasy-Mottenkiste. Elfen, Gnome, Trolle… dieses ganze Gesocks halt. Wie das alles entstanden ist, spielt erstmal keine Rolle.

Ansich finde ich den Gedanken eine Fantasy-Geschichte in der vermeintlich post-apokalyptischen Zukunft der Erde anzusiedeln ganz spannend. (Denke da an das Pen&Paper-Rollenspiel „Numenera“, das ein ähnliches, hochinteressantes Setting hat) Leider spielt das – abgesehen von ein paar schicken Landschaftsaufnahmen mit Ruinen – zumindest in den ersten beiden Folgen von Shannara überhaupt keine Rolle und das Ganze könnte genauso gut in irgendeinem x-beliebigen Fantasy-Land spielen. Mal sehen… vielleicht kommt da ja noch mehr.

Die Elfen wohnen jedenfalls in einer schicken Stadt, die in der Nähe von einem heiligen Baum liegt. In der Vergangenheit gab es wohl mal einen Krieg der zivilisierten Völker gegen die bösen Dämonen. Diese haben dabei den Kürzeren gezogen und wurden irgendwie in eine Art Gefängnis verbannt und nun hängt für jeden einzelnen Dämon ein Blatt am elfischen Zauberbaum – der solange er steht – die Dämonen in Schach hält.
Deshalb ist es irre wichtig, den Baum gut zu bewachen und daher gibts bei den Elfen extra dafür abgestellte Wächter, von denen es scheinbar immer nur sieben gibt und die sich für den Job qualifizieren, indem sie mit gefesselten Händen und verbundenen Augen durch den Wald rennen. Wer hat sich das ausgedacht? Der Typ aus Fifty Shades of Grey? Egal.
Mit bei den Wächtern dabei ist jedenfalls die Elfenprinzessin Amberle, die immer mal wieder von finsteren Visionen der Zukunft geplagt wird. Alles kaputt, überall Dämonen… finster, finster.

Natürlich kommt es wie es kommen muss und das erste Blatt fällt vom Baum und befreit den ersten Dämonen, der für reichlich Chaos sorgen und ordentlich am Baum rütteln will, damit noch mehr Blätter runterfallen. Ein neuer Krieg steht also bevor und wie so oft, gibt es nur ein paar Auserwählte, die die Welt noch retten können.

Mit hineingezogen in den ganzen Schlamassel wird der junge Halbelf Wil, der recht bald vom Druiden Allanon aufgesammelt und unter seine Fittiche genommen wird, weil Wil angeblich der Sohn des alten elfischen Königsgeschlechts Shannara ist und damit total wichtig für… äh… irgendwas. Vorsehung und Schicksal und so…
Druiden sind in der Welt offenbar das, was in anderen Fantasy-Geschichten die Magier und Zauberer sind. Sie können… naja… zaubern halt. Was mir ganz gefällt ist, dass Magie schienbar immer auch Risiken und Nebenwirkungen (Ärzte und Apotheker gibts in der Welt glaube ich nicht) mit sich bringen, so dass man zwar einen Feuerball schmeissen könnte, sich dabei aber auch selbst ordentlich die Hand versengt. Nette Idee.

Die Story geht in Ordnung und es bleiben viele Fragen offen, die hoffentlich noch geklärt werden. Shannara bewegt sich auf einem ganz anderen Level als Game of Thrones und man sollte hier jetzt nicht erwarten etwas ähnliches zu bekommen. Die Handlung ist bei Weitem nicht so komplex, hat aber durchaus Potenzial für gute Unterhaltung. Ich bin jedenfalls gespannt wie´s weiter geht.

Der Look:
Hier bin ich zwiegespalten. Die Landschaften und Städte sehen irre gut aus. Reste von Ruinen, tolle Elfen-Gebäude, riesige Krater… Alles wirkt irgendwie groß und majestätisch. Hat mir sehr gut gefallen.
Der restliche Look der Serie allerdings weniger. Die Sets z.B. in der Elfenstadt sehen einfach aus wie Serien-Sets und nicht wie ein Ort an dem wirklich jemand lebt. Zu sauber, zu steril, zu leblos. Ja, mag sein, dass die Elfen ein paar tiersich gute Putzkolonnen am Start haben, aber langweilig sahs schon aus. Auch die Kostüme sind seltsam. Teilweise sehr modern (Leute laufen auch mal in Lederjacken rum), dann wieder mit viel Fantasy-Touch. Und auch hier ist mir alles irgendwie zu sauber. Wenn die Elfen-Prinzessin tagelang durch den Wald geritten ist, sieht auch dann noch aus, als wäre sie gerade der Badewanne entstiegen. Aber vielleicht haben Elfen ja Haut mit Lotus-Effekt? Praktisch wärs.Und die Schauspieler… naja… das klingt zwar irgendwie blöd, aber die sehen mir einfach zu gut aus. Die Hauptdarsteller setzen sich zusammen aus einer Gruppe ungeheuer attraktiver junger Menschen, die genauso auch in Beverly Hills 90210 rumlaufen könnten. Vielleicht richtet sich Shannara an ein jüngeres Publikum und die wollen das so, aber etwas mehr Mut beim Casting wäre schön gewesen.
So sieht Shannara ingesamt mehr nach Serie aus als Game of Thrones und erinnert mich stellenweise an die alten Folgen Hercules und Xena, was jetzt nicht unbedingt was gutes ist.

Die Charaktere:
Kann ich noch nicht so viel zu sagen. Die etwas rebellische Elfen-Prinzessin, der leicht töffelige Zauber-Lehrling und der wortkarge, etwas grantige Lehrmeister sind jetzt nicht gerade der Gipfel der kreativen Charakter-Gestaltung, aber das passt schon. Doof fand ich John Rhys-Davies als Elfen-König, der da irgendwie gar nicht reinpasst. Vielleicht liegts daran, dass er den Zwerg in Herr der Ringe gespielt hat und nun einen Elfen. Und seine Rolle hat mich irgendwie genervt, weil er zwar feststellt, dass das alles ganz schön schlimm ist, dann aber nur einmal kräftig seufzt und sich wieder hinlegt.

Fazit:
Ein ernsthafter Konkurrent für den Platzhirschen Game of Thrones ist es nicht. Trotzdem glaube ich, dass Shannara Potenzial hat und durchaus Spaß machen kann. Ich werde mir auf jeden Fall noch ein paar weitere Folgen ansehen.

Habt ihr Shannara gesehen?
Wie ist eure Meinung zur Serie?

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Trailer: © 2016 Viacom International Inc.

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Filmfan, Videospieler, Nerd.

3 responses to “Ersteindruck: The Shannara Chronicles”

  1. LAH says :

    Ich habe die ersten drei Folgen geschaut und mir gefällt die Serie bis jetzt eigentlich ganz gut. Ich werde mir auf jeden Fall auch die nächsten Folgen anschauen und bin gespannt, was noch so passiert ^^.
    LG Lara

    Gefällt 1 Person

  2. Aracuron says :

    Nett geschrieben und ziemlich auf den Punkt, leider sind dir 2 Fehler passiert.
    Zum einen heißt die Prinzessin Amberly, Eritrea ist die Zigeunerin.
    Zum Anderen geisst der Druide Allanon, Amberly ist wie gesagt die Prinzessin.

    Gefällt mir

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