Wer braucht Fernsehen?

„Wir hatten ja nix.“
Heute unvorstellbar, aber bei mir zuhause gab es Kabelfernsehen erst, als ich 11 Jahre alt war. Bis dahin begnügten wir uns mit ARD, ZDF und N3.

Und es ging.

Später kamen dann noch Sat1 und RTL, sowie Tele5 dazu, die sich vorerst einen Programmplatz teilten, aber ich war schon schwer am feiern, als ich endlich Knight Rider gucken konnte.

Irgendwann kamen wir dann auch in den Genuss von Kabelfernsehen und dann eröffnete sich plötzlich eine ganze Welt voller Sender, die kaum einer kennt und die niemand wirklich braucht.

Fortan wurde also fleissig Pro7 und RTL2 geguckt und wir fanden es gut. „Schlag den Raab“, „Bauer sucht Frau“ und ja, auch Heidis Topmodels wurden einigermaßen regelmäßig verfolgt.

Wir hatten ja nix.

Ich glaube dieser Satz wird noch das eine oder andere Mal zu hören sein, wenn unsere Kinder uns in 20 Jahren fragen, warum zur Hölle wir denn eigentlich ferngesehen haben, wo man sich ja nichtmal aussuchen kann, wann man was gucken möchte.

Und da stelle ich mir jetzt folgende Frage: Tötet das Internet das Fernsehen so wie wir es kennen?

Wenn ich mir nur mal mein eigenes Fernseh-Verhalten anschaue, dann stelle ich fest, dass ich heute – im Gegensatz zu vor 5 Jahren – deutlich weniger fernsehe. Eigentlich fast gar nicht. Doch woran liegt das?

Mit Sicherheit hat das zunehmende Angebot von Streaming-Diensten wie Netflix und Co. einen großen Anteil daran. Hier kann ich gucken, was ich will, wann ich will und das nicht nur ohne Werbepausen sondern auch im Originalton, wenn ich das wünsche.

Aber ist es das allein?

Möglicherweise liegt es daran, dass ich älter geworden bin und ich mir mit Job und Kind nun deutlich besser überlege, was ich mit meiner kostbaren Zeit anstelle. Aber auch wenn ich nicht in dieses „Früher war alles besser.“-Gejammer verfallen will, habe ich doch den subjektiven Endruck, dass das Fernsehprogramm und alles was damit verknüpft ist immer unattraktiver wird.

Werbeunterbrechungen sind heutzutage so häufig und so lang, dass es mir z.B. unmöglich ist eine Folge „Schlag den Raab“ live zu gucken, ohne dabei nervöse Zuckungen zu bekommen. Aber hey… Ein Glück! Raab ist ja jetzt weg und macht Platz für… ja für was eigentlich?

Ich habe das Gefühl, dass auf Sat1 und RTL2 fast ausschließlich irgendwelche Sendungen laufen, in denen Laiendarsteller unmotiviert irgendwas tun, was keinen interessiert. Ob das Nachbarschaftsstreits, untreue Ehemänner oder vertauschte Frauen sind… Diese Doku-Soaps gehen mir echt auf die Nerven.
Auf Pro7 läuft, wann immer ich einschalte „The Big Bang Theory“, dessen Erfolg ich mir bis heute nur damit erklären kann, dass irgendwer dem Teufel seine Seele verkauft hat. Und die seiner Kinder gleich mit. Oh ja klar.. und dann gibts noch CSI:Überall in Dauerschleife. Nein danke.

Ab und zu gibts mal eine vernünftige Serie, aber die kann ich mir online in HD, staffelweise und ohne Werbung ansehen. Gleiches gilt für Filme.

Und so richtig unterhaltsame (Game-)Shows gibts ja auch kaum noch.

Warum also soll ich noch fernsehen? Wegen der Tagesschau, den Politdiskussionen und den tollen Reportagen? Ja, das ist ein Argument. Aber dafür reicht theoretisch ein einziger Sender. Wozu braucht man 30? Und mal im Ernst… guckt irgendwer wirklich Bibel-TV und diese ganzen Verarsche-Anruf-Mitspiel-Sender?

Ich bin jedenfalls gespannt, ob es das Fernsehen so in dieser Form noch lange geben wird und was sich die Macher einfallen lassen, um ihr Angebot bei all der Konkurrenz aus dem Netz wieder attraktiver zu machen.

 

Was meint ihr dazu?

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