Kritik: Kingsman

Fans werden mich hassen, aber ich behaupte jetzt einfach mal:
James Bond ist tot.

Irgendwann begann das Ganze mal als Spionage-Agenten-Geschichte und wurde im Laufe der Jahre immer bekloppter. Roger Moore, der mit Laserwaffen die Raumstation des Böswichts zerlegt während Beisser mit seiner kleinen blonden Freundin schwerelos durch die Gänge fliegt war nur einer der Dämlichkeits-Höhepunkte der Reihe.
Spätestens seit der Pierce Brosnan Ära war dann aber endgültig Schluss mit Geschichten erzählen und man beschränkte sich immer mehr darauf, stattdessen allerlei teure Produkte möglichst werbewirksam durchs Bild zu schieben, so dass ich mich hier und gefragt habe, ob man nicht rein rechtlich gesehen ein kleines „Dauerwerbesendung“ in der Ecke einblenden müsste.
Da steuerte James seinen schicken BMW mit seinem schicken neuen Sony Ericsson Handy (Sind die nicht mittlerweile pleite?), kurz bevor er in seinen Aston Martin umsteigt, der sich unsichtbar machen kann. Hurra auf den Kapitalismus!

Zugegeben… mit Daniel Craig kam dann wieder mehr Ernsthaftigkeit in die Reihe, aber so richtig sehen will das doch irgendwie keiner mehr. Zumal James Bond schon längst von jüngeren Kollegen wie z.B. Jason Bourne überholt wurde.

Seis drum. Kingsman ist jedenfalls ein großartiger Film, der genau weiss, was er ist: Eine actionreiche, aber (im Gegensatz zu Austin Powers) respektvolle Hommage an die alten Bond Filme, die sich selbst zu keiner Zeit ernst nimmt.

Die Handlung:
Es gibt in England eine geheime Geheimorganisation, die so geheim ist, dass selbst die geheimsten Geheimagenten… äh… jedenfalls ist sie sehr geheim.

Die Agenten dieser Organisation, die sich selbst die Kingsmen nennen, tragen Codenamen aus der Artus-Sage und sind britische Gentlemen im klassischen Sinne. Immer höflich, immer adrett gekleidet, immer stilvoll und gebildet.

Logisch, dass sich die Kingsmen aus der Elite des Landes rekrutieren und nur die Besten der besten fähig genug sind, um.. blablabla.

Über einige Irrungen und Wirrungen lernt jedenfalls der Kingsman Galahad den jungen Eggsy kennen, einen schnoddrigen, britischen, Unterschicht-Dödel, der aber im Grunde ein netter Kerl ist und gut auf seine Mama und seine kleine Schwester aufpasst.

Da den Kingsmen zufällig einer der ihren abhanden gekommen ist, brauchen Sie also jemand neues und Eggsy wirds ruckzuck ins Kingsmen-Bootcamp gesteckt, zusammen mit lauter schnöseligen Universitäts-Elite-Schülern, die selbst in Slytherine rausgeflogen sind, weil sie zu große Egoisten sind.

Während Eggsy also seine Ausbildung beginnt schmiedet Superschurke Richmond Valentine einen fiesen Plan und der muss am Ende natürlich verhindert werden.

Grundsätzlich ist die Handlung von Kingsman recht klassische Kost und man sieht wieder mal, wie aus einem Underdog ein toller Held wird, der am Ende die Welt rettet. Das Ganze ist aber derart witzig und charmant verpackt, dass man doch das eine oder andere Mal überrascht aus der Wäsche guckt.

Die Charaktere:
Colin Firth als Galahad macht einen guten Job, den perfekten britischen Gentleman-Geheimagenten abzugeben und macht auch in den durchaus deftigen Action-Szenen eine exzellente Figur.
Eggsy kommt zwar aus der britischen Unterschicht ist aber gottseidank nicht so prollig dargestellt, wie man es befürchten könnte.

Wer hier also Erkan und Stefan in geheimer Mission erwartet, kann sich wieder beruhigen.

Mein persönlicher Höhepunkt ist Samuel L. Jackson (wofür steht das L. eigentlich?), der den Superschurken total lässig und total psychotisch und mit irre witzigem Lispeln spielt. Es ist zwar irgendwie bescheuert, sich den ganzen Film über über einen Sprachfehler zu amüsieren, aber witzig ist es trotzdem.

Der Look:
Der Film ist cool gemacht. Die Action-Szene knallen richtig rein und es macht einfach Laune den Agenten bei der Arbeit zuzusehen.

Fazit:
Für mich eine der großen Überraschungen dieses Jahr. Ich hatte den Film überhaupt nicht auf dem Radar und umso verblüffter war ich, dass Kingsman nicht nur eine Knaller-Action-Komödie ist, sondern auf jeden Fall einer meiner Top-10-Filme in diesem Jahr. Sollte man gesehen haben, denn der Film ist „Uebelst geil.“

siegel_gut

 

Trailer: © Twentieth Century Fox Film Corporation

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  1. Die besten Filmposter 2015 | AUGEN² - 16. Februar 2016

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