Kritik: Crimson Peak

Ich mag Guillermo Del Toro. Ich mag seine Filme, ich mag die Art, wie seine Filme aussehen und die phantasievollen, meist morbiden Kreaturen, die sie bevölkern. Hellboy fand ich gut, Pans Labyrinth ist einer meiner Lieblingsfilme und Pacific Rim war ein bekloppter, aber großer Spaß. Selbst Mimic fand ich gar nicht schlecht.

Also konnte ich gar nicht anders: Ich musste mir Crimson Peak angucken.

Die Handlung:
Die Protagonistin, deren Namen ich schon wieder vergessen habe (vermutlich hiess sie Elizabeth oder so) ist eine Tochter aus gutem Hause. So eine Art viktorianische Paris Hilton. Und eben wie jenes verzogene Hotelerbinnen-Gör macht auch Elizabeth Ihrem reichen Papa das Leben schwer, indem sie einfach nicht tut, was sie soll. Anstatt hübsch zu lächeln und sich an den nächstbesten Bachelor (nicht den mit den Rosen) ranzuschmeissen, will Liz lieber Gruselgeschichten schreiben. Da passt es sich ja ganz gut, dass sie schon in ihrer Kindheit immer mal wieder vom gruselig skelettierten Geist ihrer toten Mutter heimgesucht wird, der immer irgendwas von „Hüte Dich vor Crimson Peak“ faselt.

Liz macht, was reiche, verzogene Mädchen nunmal machen und wundert sich nicht im Geringsten darüber, was die Alte nun wieder will, sondern ignoriert sie einfach geflissentlich.

Irgendwann taucht ein mysteriöses Geschwisterpaar in der Gegend auf. Er sieht aus wie Loki aus dem Marvel-Universum und wer die Avengers kennt, wittert hier schon, dass mit dem Kerl irgendwas nicht ganz koscher ist.
Seine Schwester ist mehr so Marke „Misery“ und man wartet immer auf den psychotischen Ausbruch und darauf, dass sie jemandem die Füße mit einem Hammer zerkloppt. Nette Leute also und unsere liebe Liz verknallt sich natürlich prompt in Badboy Loki, der bei Papa vorsprechen kommt, um ihn um ein bissl Kohle für irgendsoeine Maschine anzupumpen, die er selbst entwickelt hat und die roten Matsch aus der Erde schaufelt. Tolles Ding.

Papa sagt natürlich „Nee Du.“ und Loki ist sauer. Trotzdem flirtet er heftig mit Liz, aber Papa gibt ihm zu verstehen, dass er wenig erwünscht ist.
Überraschenderweise bricht sich Papa kurz darauf in einem Badehaus mehrfach den Schädel und zerdeppert dabei gleich das Waschbecken mit, als eine mysteriöse Gestalt seinen Kopf auf selbiges zimmert.
Okay… Ärzte waren zu der Zeit woh noch nicht so weit und man hält es vielleicht noch für einen Unfall, aber ich als Verkäufer dieser Waschbecken hätte drauf bestanden, dass mein Qualitätsprodukt nicht gleich zerbricht, wenn man mal beim duschen ausrutscht.
Seis drum…. jedenfalls stellt sich niemand die Frage, ob Papa vielleicht doch nicht Opfer eines tragischen Unfalls geworden ist und Liz ist happy, dass sie nun endlich ihren Loki heiraten kann und Loki ist happy, dass er sich eine Schnalle mit viel Kohle geangelt hat, die ihm seine Maschine bezahlen kann.

Kurzerhand reist man zum Anwesen von Loki und seiner Schwester, welches majestätisch auf einem roten Matschhügel (CRIMSON PEAK!!! AHHH!!!) liegt und blöderweise langsam darin versinkt. Insgesamt ist das Ding so vermodert wie nur was und man müsste echt mal das RTL2-Messi-Team da durch schicken. Und Tine Wittler gleich hinterher.
Liz störts irgendwie nur wenig, aber als dann immer mehr Gruselgeister auftauchen, die ihr irgendwas sagen wollen, sie das aber völlig ignoriert, wird das Mädel doch etwas blass ums gepuderte Näschen.

Nach und nach findet sie heraus, dass die Geschwister schon des öfteren angeheiratete Damen hier her brachten, sie um ihr Vermögen beschwindelten und sie dann praktischerweise direkt im roten Matsch versenkten.
Denn… große Enthüllung: Lokis Schwester ist nämlich eigentlich seine Frau. Und seine Schwester… Und vermutlich seine Mutter. Und vielleicht seine Cousine… Oder so. Total pervers jedenfalls.
Und die beiden wollen jetzt unsere Liz vergiften und sie dann im Matsch wegblubbern lassen. Schließlich kommts zum Showdown, es fliesst viel Blut und Liz überlebt den ganzen Scheiss…

Vor 30 Jahren wäre Crimson Peak wohl ein echter Kracher gewesen.

Aber heutzutage hat man schon so vieles gesehen, dass man nach 20 Minuten Film denkt: „Oh, ich glaub ich weiss, worauf das ganze hinauslaufen wird.“
Und genauso kommt es dann auch.
Schade… So bietet Crimson Peak einfach mal so gar keine Überraschung.

Die Charaktere:
Liz wird gespielt von einer Frau mit langen lockigen Haaren und tapert mit Vorliebe nachts allein mit Nachthemd und Kerzenhalter durchs Gruselhaus. So richtig sympatisch wird sie einem nicht.
Loki ist Loki. Er macht seinen Job gut und schwankt fleissig hin und her zwischen sexy und gruselig. Seine Schwester ist echt psycho und das kommt gut rüber.

Der Look:
In meinen Augen das Highlight des Films. Tolle Sets, tolle Atmosphäre. Das Gruselhaus ist richtig gruselig und toll ausgeleuchtet. Die Bilder des Films sind auf jeden Fall sehenswert.

Fazit:
Och ja… Einer dieser Filme für einen verregneten Sonntag-Nachmittag. Tut nicht weh, kann man gucken, hat man aber auch schnell wieder vergessen. Schade, dass er so vorhersehbar ist, aber die schönen, gruseligen Bilder lassen einen trotzdem weitergucken.

Trailer: © Universal Pictures International

„Crimson Peak“ gibts auch bei Amazon:

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